Der Verkauf der berühmten Therme Vals in Graubünden an den Churer Investor Remo Stoffel im März 2012 wird ein Fall für die Justiz. Die Kantonsregierung reichte Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verdachtes auf strafrechtlich relevante Handlungen beim Verkauf ein.

Hauptgrund für die Strafanzeige ist eine Absichtserklärung zwischen Investor Remo Stoffel und dem damaligen Verwaltungsrat der Therme. Der Verwaltungsrat sicherte Stoffel ein exklusives Verhandlungsrecht zu und unterschrieb eine Entschädigungspflicht, sollte der Verkauf nicht zu Stande kommen.

Aufgabe für Korruptionsexperte

Der Verwaltungsrat verpflichtete sich, dem Unternehmen Stoffelpart eine halbe Million Franken zu bezahlen, sollte er die Verhandlungen abbrechen oder das Kaufangebot nicht annehmen.

«Der Verwaltungsrat war bereit, sich an die Stoffelpart zu binden, noch bevor er deren Angebot kannte», erklärte Strafrechtsprofessor Mark Pieth am Donnerstag vor den Medien in Chur den Sachverhalt. Das werfe zumindest Fragen auf. Der international renommierte Korruptionsexperte war von der Regierung mit der Einschätzung des Falles beauftragt worden.

Zweiter Interessent benachteiligt

Problematisch war offenbar auch die Informationspolitik des Verwaltungsrates: Als mit der Interessengemeinschaft Therme, einer Gruppierung rund um Thermeschöpfer Peter Zumthor, eine zweite Kaufinteressentin auftauchte, erhielt diese nicht den umfassenden Einblick in die Geschäftsunterlagen, wie zuvor die Stoffelpart.

Die Strafanzeige ist die Folge einer Aufsichtsbeschwerde eines Valser Stimmbürgers. Der Mann gehört zur Gruppe «Besorgte Bürgerinnen und Bürger Vals», welche seit Jahren dafür kämpft, den Verkauf rückgängig zu machen.

(sda/mbü/chb)

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