Bei den Protesten pro-europäischer Regierungsgegner in Kiew sind am Sonntag mehrere Polizisten sowie Demonstranten verletzt worden. Bei Zusammenstössen am Rande der Oppositionskundgebung vor dem ukrainischen Regierungssitz seien fünf Beamte verletzt worden, davon einer durch eine Planierraupe, teilte die Polizei Medienberichten zufolge mit.

Die Nachrichtenagentur Interfax sprach unter Berufung auf Polizeikreise von 15 verletzten Polizisten. Ein AFP-Reporter beobachtete, dass die Planierraupe mehrere Male auf die Polizisten zusteuerte. Hunderte vermummte junge Leute bewarfen die Sicherheitskräfte mit Steinen.

Die Polizisten setzten wiederholt Blendgranaten gegen die Demonstranten ein. Mindestens drei verletzte Demonstranten waren zu sehen, einer von ihnen mit einer Kopfverletzung.

Oppositionsführer Vitali Klitschko warnt 

Der Chef der oppositionellen Udar-Partei, Boxweltmeister Vitali Klitschko, rief die Demonstranten zur Vorsicht auf. «Ich fordere Euch auf, sehr vorsichtig zu sein; wenn jemand Euch auffordert, öffentliche Gebäude zu stürmen, kann das sehr gefährlich sein.»

In Kiew strömten am Sonntag mindestens 100'000 Menschen zusammen, um gegen Staatschef Viktor Janukowitsch und seine Regierung zu demonstrieren. In der Nacht zum Samstag waren bei einem Polizeieinsatz Dutzende Demonstranten verletzt worden.

Seit Tagen demonstrieren pro-europäische Ukrainer gegen den aussenpolitischen Kurs von Janukowitsch, dessen Land sich in der tiefsten politischen Krise seit der Orangenen Revolution befindet. Der Staatschef sagte die geplante Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der EU Ende der Woche kurzfristig ab, nachdem Russland mit Handelsstrafen gedroht hatte.

(sda/aho)

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