Rund 2000 unabhängige Vermögensverwalter müssen ab dem kommenden Jahr über eine neue Zulassung verfügen, um weiterhin Vermögen von Pensionskassen anlegen und verwalten zu dürfen. Der Bundesrat hat dazu die Regeln erlassen.

Mit der Strukturreform der beruflichen Vorsorge (BVG) aus dem Jahr 2010 stiegen die Anforderungen an Vermögensverwalter für Vorsorgeeinrichtungen bezüglich Qualifikation und Professionalität. Grundsätzlich soll künftig jeder Vermögensverwalter einer Aufsicht unterstellt sein, was heute nicht der Fall ist.

Eine laufende Aufsicht, wie die Finanzmarktaufsicht (Finma) sie für einen Teil der Vermögensverwalter leistet, wird es aber auch künftig nicht geben, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) mitteilte. Für die Umsetzung einer Übergangslösung setzt der Bundesrat auf Anfang 2014 die angepasste BVG-Verordnung II in Kraft.

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Zulassung für drei Jahre

Die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV), die auf Anfang 2012 ebenfalls durch die Strukturreform geschaffen wurde, wird nicht beaufsichtigte Vermögesverwalter zulassen können. Auf längere Frist strebt der Bundesrat aber an, dass die FINMA die Aufsicht übernimmt. Zulassungen sind deshalb auf drei Jahre beschränkt.

Der Präsident der Oberaufsichtskommission, Pierre Triponez, geht davon aus, dass rund 2000 Vermögensverwalter und noch mehr Immobilienverwalter nicht von der Finma beaufsichtigt werden. In Kürze sollen bereits provisorische Zulassungen erteilt werden, wie Triponez an der Jahresmedienkonferenz der Behörde sagte.

Zudem legte der Bundesrat fest, wer nicht unter die neuen Regeln fällt, weil die Aufsicht bereits geregelt ist. Ausgenommen sind Arbeitgeber, Arbeitgeberverbände und Arbeitnehmerverbände, welche Vermögen ihrer Vorsorgeeinrichtungen verwalten, sowie bestimmte Vorsorgeeinrichtungen und Anlagestiftungen. Auch wer den Unterhalt und Betrieb von Immobilien besorgt, braucht keine Zulassung.

(vst/aho/sda)