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Versicherer: Alarm wegen steigender Transplantationskosten

Nicht nur für Herztransplantationen droht eine massive Zunahme der Kosten für die Schweizer Versicherer. (Bild: Keystone)

Bisher fielen die Kosten der Schweizer Versicherer für Transplantationsmedizin kaufm ins Gewicht. Mit dem neuen Tarifsystem SwissDRG in den Spitälern könnte sich dies jedoch stark ändern.

Von Judith Wittwer
am 27.06.2012

Gemessen an den Gesamtausgaben im Schweizer Gesundheitswesen von jährlich mehr als 60 Milliarden Franken, fielen die 55 bis 60 Millionen Franken, welche die Versicherer für die Transplantationsmedizin aufwarfen, bisher kaum ins Gewicht.

Mit der per Anfang 2012 erfolgten Einführung des neuen Tarifsystems SwissDRG in den Spitälern könnte sich dies nun aber ändern. Bislang zahlte man laut Bert Haak vom Schweizerischen Verband für Gemeinschaftsaufgaben der Krankenversicherer (SVK) etwa pro Lebertransplantation pauschal 147 000 Franken. «Heute sind es im schlimmsten Fall 290 000 Franken, wobei die Ausgaben für allfällige Komplikationen wie Infektionen und Abstossungen zum späteren Zeitpunkt noch nicht berücksichtigt sind», so der Experte.

Auch beim Herz könnten sich die Ausgaben für die Versicherten und Kantone rasch einmal verdoppeln. Belasteten die 36 Herztransplantationen, die 2011 an den Schweizer Kliniken durchgeführt wurden, das Gesundheitssystem noch mit gut 6,2 Millionen Franken, könnten es laut Haaks Berechnungen im ungünstigsten Fall bald 12,4 Millionen sein. «Das neue Tarifsystem geht von einem viel höheren mittleren Kostengewicht aus», stört sich Haak. «Neu gibt es nicht nur mehrere Varianten und viele separate Kostenblöcke, was Abrechnung und Administration verkompliziert. Die Kostensteigerung setzt auch zweifelhafte Anreize.»

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