Die Belastung der Gewässer durch landwirtschaftliche Düngung bleibt vielerorts nach wie vor unzulässig hoch, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Nitratbericht der Bundesregierung hervorgeht. Das Landwirtschaftsministerium beteuerte, es werde mit «Hochdruck» an neuen Vorschriften zur Düngung gearbeitet.

Dem Bericht zufolge wurde an 28 Prozent der Grundwasser-Messstellen die Nitratkonzentration von 50 Milligramm pro Liter überschritten - dem Grenzwert für Trinkwasser. Auch an der Nord- und Ostseeküste fördern demnach Phosphor- und Stickstoffeinträge schädliches Algenwachstum. Nach dem Nitratbericht hat sich in dem untersuchten Zeitraum 2012 bis 2104 kaum etwas verändert im Vergleich zur Periode 2008 bis 2011.

«Intensive Landwirtschaft»

«Die intensivierte Landwirtschaft kommt uns immer wieder teuer zu stehen», erklärte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Weil das Grundwasser mit Nitrat belastet sei, müsse es bearbeitet werden, was die Wasserpreise in die Höhe treibe. Hauptursache der Nitratbelastung ist das Versprühen von Gülle auf Felder.

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sagte, es werde «mit Hochdruck an der Novelle das Düngerechts» gearbeitet. Dazu würden im Januar Gespräche zwischen den Staatssekretären und mit Ministern der Bundesländer geführt. Die Novelle der Düngeverordnung werde deutliche Verbesserungen bringen. Zugleich forderte er, Betriebe dürften nicht mit «überzogenen Forderungen» belastet werden.

Veräumnisse

Die Europäische Kommission hatte Deutschland allerdings schon vergangenes Jahr wegen zu hoher Nitratbelastung der Gewässer verklagt. Die Bundesregierung habe es versäumt, strengere Massnahmen zu ergreifen, obwohl die Nitrat-Belastung gestiegen sei, begründete die Brüsseler Behörde die Anrufung des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH).

(reuters/chb)

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