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Terror
Viele Tote bei Anschlag auf Botschaft in Beirut

Iranische Botschaft in Beirut: Heftige Explosion. (Bild: TV)

In der libanesischen Hauptstadt sind bei einem Bombenanschlag auf die iranische Botschaft mindestens 23 Personen getötet worden. Mittlerweile hat sich ein Terrornetzwerk zum Anschlag bekannt.

Veröffentlicht am 19.11.2013

Die iranische Botschaft in Beirut ist Ziel eines Doppel-Attentats geworden. Bei dem offenbar mit dem Syrienkrieg zusammenhängenden Anschlag wurden mindestens 23 Personen getötet.

146 Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Zu dem Doppel-Anschlag, bei dem auch mindestens ein Selbstmordattentäter starb, bekannten sich die mit Al-Kaida verbundenen sunnitischen Abdullah-Assam-Brigaden.

Iranischen Medienberichten zufolge war auch ein iranischer Wachmann unter den Toten. Zunächst hiess es, auch der iranische Kulturattaché sei getötet worden. Dies wurde später von offizieller iranischer Stelle dementiert. Der Dipomat Ibrahim Ansari sei aber schwer verletzt worden.

Anschlag in Hisbollah-Quartier

Das Gelände an der diplomatischen Vertretung Irans glich einem Schlachtfeld. Ein zerstörtes Auto lag auf der Strasse, weitere brannten. Die Fassaden mehrerer Häuser waren beschädigt. Die Strasse war mit Glasscherben übersät. Das stark gesicherte Gebäude der Botschaft schien indes weitgehend unbeschädigt. Allerdings war das Eisentor völlig verbogen. In dem Haus sei niemand zu Schaden gekommen, berichtete das libanesische Fernsehen unter Berufung auf iranische Diplomaten.

Eine Überwachungskamera zeigte nach Informationen libanesischer Behörden, wie eine Person zur Mauer des Botschaftsgeländes rannte und sich dann in die Luft sprengte. Danach sei ein Auto explodiert, das zwei Häuser von der Botschaft entfernt gestanden habe.

Der Anschlag ereignete sich im südlichen Viertel Bir Hassan, eine Hochburg der schiitischen Hisbollah-Bewegung. Diese ist mit dem Iran und Syrien verbündet. Die Hisbollah, die über eine hochgerüstete Miliz verfügt, unterstützt Syriens Präsidenten Baschar al-Assad im Bürgerkrieg gegen die Rebellen.

Mit weiteren Anschlägen gedroht

Die Abdullah-Assam-Brigaden, die sich zum Anschlag bekannten, drohten mit weiteren Angriffen in Libanon, bis sich die Hisbollah und der Iran aus dem Bürgerkriegsland Syrien zurückzögen. Sie forderten zudem die Freilassung von in Libanon inhaftierten Mitstreitern.

Der iranische Botschafter Ghasanfar Roknabadi sagte, wer immer solch einen Anschlag verübe wisse, dass er direkt oder indirekt den Interessen Israels in die Hände spiele. Das iranische Aussenministerium in Teheran warf sogar Israel direkt vor, hinter diesem Anschlag zu stehen. Der Anschlag wurde international verurteilt.

Libanon im Strudel des Syrien-Krieges

In den vergangenen Monaten gab es in Libanon immer wieder Anschläge und Übergriffe. Sie sind die Auswirkungen des Bürgerkriegs im benachbarten Syrien, die das kleine Land immer mehr in eine Spirale der Gewalt hineinzieht. Die Kämpfe in Syrien, die als Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad begonnen hatten, sind längst zu Auseinandersetzungen um Macht und Einfluss in der Region geworden. Dabei wird Assad vom schiitische Iran unterstützt, die zumeist sunnitischen Rebellen von arabischen Golfstaaten.

Dazwischen droht Libanon, ein fragiler Staat unterschiedlicher Religionsgruppen, zerrieben zu werden. Die im Süden dominierende und vom Iran unterstützte schiitische Hisbollah kämpft in Syrien an der Seite der Assad-Truppen. In Nordlibanon lebende Sunniten helfen hingegen den Rebellen. Immer häufiger werden diese Gegensätze auch in Libanon selbst ausgetragen.

(sda/muv/vst)

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