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Abstimmung
Viertel der Armee-Anhänger sagte «Nein» zum Gripen

Kampagnenchef Hans-Peter Wuethrich: Lange Gesichter beim Gripen-Nein.   Keystone

Die aktuelle Vox-Analyse zeigt, wer den Kampfjet Gripen im Mai hat durchfallen lassen. Vor allem Wähler aus der politischen Mitte sagten «Nein» – und viele Anhänger der Armee.

Veröffentlicht am 23.07.2014

Das Nein des Stimmvolks zum Kauf der Gripen-Kampfjets ist wegen Wählern der politischen Mitte zustande gekommen. Gemäss der am Mittwoch veröffentlichten Vox-Analyse lehnte die Hälfte der Mitte-Wähler die Vorlage ab.

Zusammen mit den Stimmenden aus dem linken Spektrum, welche die Vorlage wuchtig verwarfen, brachten die Mitte-Wähler damit den Gripen-Kauf an der Urne zum Absturz. Die gespaltene Mitte habe wesentlich zum Scheitern beigetragen, heisst es in der Vox-Analyse des Forschungsinstituts gfs.bern und des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Zürich. Grosse Unterstützung fand die Vorlage einzig bei den Sympathisanten der SVP: Vier von fünf legten ein Ja in die Urne.

Kampfjet nicht zwingend für starke Armee

Auch bei den Befürwortern einer starken Armee war der Gripen-Kauf nicht unumstritten – fast ein Viertel von ihnen legte ein Nein ein. Die Beschaffung neuer Kampfjets wurde offenbar nicht als zwingende Voraussetzung für die Erhaltung einer starken Armee betrachtet.

Von einer grundsätzlichen Infragestellung einer eigenständigen militärischen Verteidigung der Schweiz könne denn auch nicht die Rede sein, heisst es in der Vox-Analyse. Vielmehr scheine sich ein beachtlicher Teil der Nein-Stimmenden trotz positiver Haltung zur Landesverteidigung bewusst und differenziert gegen die Beschaffung der Gripen-Kampfjets ausgesprochen zu haben.

Pannen im Abstimmungskampf

Die Gründe, warum die Wähler die Vorlage ablehnten, sind unterschiedlich. Ein Drittel von ihnen störten sich an den Kosten. Zu diesen Nein-Stimmenden gesellten sich auch solche, die den Gripen als Flugzeugtyp ablehnten (13 Prozent), eine generelle Neuausrichtung der Armee verlangen (13 Prozent) oder grundsätzlich gegen die Armee sind (9 Prozent). Und auch die Pannen im Abstimmungskampf waren für 6 Prozent ein Grund, ein Nein in die Urne zu legen.

Im Gegensatz zu früheren Armee-Abstimmungen wie etwa zur Volksinitiative zur Aufhebung der Wehrpflicht sei die Abstimmung über den Gripen-Kauf von kaum jemanden als Grundsatzfrage pro oder kontra Armee aufgefasst worden, heisst es in der VOX-Analyse.

Noch kurz vor der Abstimmung hatten die Gripen-Befürworter nochmals aufs Gaspedal gedrückt, etwa mit dem gemeinsamen Auftritt der bürgerlichen Parteipräsidenten auf dem Bundesplatz. Die von den Gripen-Befürwortern erhoffte Schlussmobilisierung der Armeefreunde blieb jedoch aus.

Männer sagten häufiger Ja

Männer stimmten dem Gripen häufiger zu (53 Prozent) als Frauen (42 Prozent). Unter den Männern wiederum war der Ja-Stimmenanteil bei aktuellen oder ehemaligen Militärangehörigen mit 58 Prozent deutlich höher als bei jenen, die nie Angehörige der Armee waren (36 Prozent). Für die Vox-Analyse wurden 1510 stimmberechtigte Personen befragt. Der Stichprobenfehler für die Gesamtheit der Befragten lag bei +/-2.5 Prozent.

(sda/me)

 

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