Der Vizechef der Österreichischen Nationalbank (OeNB), Wolfgang Duchatczek, steht wegen einer Korruptionsaffäre um die Notendruckerei der Bank unter Anklage. Gegenüber der Zeitung «Kurier» wehrt er sich nun gegen die Vorwürfe.

«Ich habe mir meinen Übergang in die Pension auch anders vorgestellt, aber ich bin unschuldig», beteuerte Duchatczek in der Dienstagsausgabe der Zeitung.

Der Vizegouverneur erklärte, nichts von Bestechung gewusst zu haben. «Ich weiss immer noch nicht, ob es Schmiergeldzahlungen waren», so Duchatczek. «Für mich waren das Provisionen für die Anbahnung und Durchführung von Druckaufträgen, denen Leistungen von Handelsagenten vor Ort gegenüberstanden.»

«Es war mir auch nicht bekannt, dass diese Provisionen über Offshore-Gesellschaften gezahlt wurden», zitiert der «Kurier» den Manager.

Der Aufsichtsrat habe die Provisionen zwar immer wieder hinterfragt, aber der Chef der Gelddruckerei OeBs, Michael Wolf, habe versichert, dass hinter den Zahlungen auch Leistungen stünden, sagte Duchatczek.

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Wolf belaste Duchatczek in Einvernahmen. Duchatczek habe von den illegalen Zahlungen gewusst. «Das ist eine Schutzbehauptung», kontert Duchtczek in der Zeitung. «Er hat Grund mich zu belasten, denn ich habe ihn entlassen, eine Sonderprüfung veranlasst und ich habe die Anzeige erstattet.»

Auch beschwert sich der OeNB-Vize über die Staatsanwaltschaft: «Ich habe das Gefühl, dass der Staatsanwalt bei mir nur Belastendes, aber nichts Entlastendes gesucht hat.» Offen ist aber noch ein möglicher Einspruch gegen die Anklage - die Anklage wurde Duchatczek vom Gericht noch nicht zugestellt.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Duchatczek, geschmierte Geschäfte nicht nur in Kauf genommen, sondern das Management auch angewiesen zu haben, Verträge mit illegalen Preisaufschlägen zu unterschreiben.

(tke/aho/sda)