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Von Merkel bis Lagarde: Das sind die Gäste am WEF

WEF-Chef Klaus Schwab konnte wieder Topstars aus Politik und Wirtschaft nach Davos locken. (Bild: Keystone)

Das Weltwirtschaftsforum in Davos wartet dieses Jahr erneut mit Stars aus Politik und Wirtschaft auf. So hält die Deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Eröffnungsrede. Auch der US-Finanzminister

Veröffentlicht am 18.01.2012

Das diesjährige Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos wird wieder zu einem Stelldichein der Elite aus Politik und Wirtschaft. Ein erster Höhepunkt wird der Eröffnungstag sein. Dann wird die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Eröffnungsrede halten.

Insgesamt kommen 2600 Teilnehmer in den Bündner Ferienort. Das ist ein neuer Rekord, wie das WEF vor den Medien im Genfer Vorort Cologny bekanntgab. Dabei reisen 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt in die Bündner Berge an. Darunter befinden sich auch der britische Premierminister David Cameron sowie Regierungschefs aus Mexiko, Niederlande oder Südafrika. Auch der US-Finanzminister Timothy Geithner und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon stehen auf der Teilnehmerliste.

Das diesjährige Jahrestreffen im Bündner Ferienort vom 25. bis 29. Januar steht im Zeichen der Schuldenkrise. In Davos geht es darum, Auswege aus der Krise zu finden, ohne eine Rezession heraufzubeschwören. Unter dem Motto «Der grosse Wandel: Die Gestaltung neuer Modelle» soll über Lösungen nachgedacht werden, weil die Zwangslage eine Abkehr von bisherigen Gewohnheiten unvermeidlich mache.

Griechenlands Regierung fehlt

«Der Kapitalismus in der bisherigen Form passt nicht länger zu unserer Welt», erklärte WEF-Gründer Klaus Schwab in diesem Zusammenhang. «Wir haben es verpasst, die Lehren aus der Finanzkrise von 2009 zu lernen». Der globale Wandel sei deshalb dringend nötig. Während man mit grossen Risiken kämpfe, sei man immer noch belastet von den Sünden der Vergangenheit. «Wir haben eine moralische Kluft, wir sind überschuldet, wir haben die Investitionen in unsere Zukunft vernachlässigt, wir haben den sozialen Zusammenhalt unterminiert und wir laufen Gefahr, das Vertrauen künftiger Generationen zu verlieren», sagte Schwab.

Der Kampf gegen die Schuldenberge ist auch auf der Gästeliste sichtbar: So wird die griechische Regierung unter dem neuen Ministerpräsidenten Lucas Papademos fehlen. Sein wegen der Schuldenkrise aus dem Amt gedrängter Vorgänger Giorgos Papandreou hatte in den beiden Vorjahren am WEF mehrfach zugesichert, dass Griechenland seine Staatschulden pünktlich und vollständig bedienen werde. Doch trotz aller Sparanstrengungen steuert das Land weiter auf den Staatsbankrott zu, weil die Gespräche über die Beteiligung von privaten Gläubigern an einem Schuldenverzicht in der Sackgasse stecken.

Thomas Jordan reist an

Die Bedeutung der Finanzlage zeigt sich auch an der Beteiligung von den Finanzinstitutionen. Es kämen Minister aus 19 der G20-Länder, sagte der für die Beziehungen zu Regierungen zuständige WEF-Direktor Borge Brende. Alle Finanzminister der G8-Staaten hätten zugesagt.

Zudem kämen 18 Chefs der wichtigsten Zentralbanken nach Davos. An der Spitze steht der neue Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Auch sein Vorgänger Jean-Claude Trichet ist geladen. Für die Schweizerische Nationalbank (SNB) reist der interimistische Präsident Thomas Jordan an, nachdem Philipp Hildebrand letzte Woche abrupt zurückgetreten war.

Sechs Bundesräte in Davos

Von den internationalen Finanzinstitutionen haben sich die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, und Weltbank-Chef Robert Zoellick angekündigt. Aus der Schweiz reist praktisch die ganze Regierung nach Davos. Lediglich Justizministerin Simonetta Sommaruga kommt nicht. Hingegen wird IKRK-Präsident Jakob Kellenberger in den Bündner Bergen erwartet.

Allerdings gibt es auch prominente Abwesende: Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff habe bereits vor dem Hochkochen seiner Affären abgesagt, hiess es am Rande der Medienkonferenz. Die Wahlen in Frankreich und Russland werfen ebenfalls ihre Schatten voraus. Weder der französische Präsident Nicolas Sarkozy noch Kreml-Chef Dmitri Medwedew reisen dieses Jahr an. Beide hatten im Vorjahr vielbeachtete Auftritte am WEF.

(muv/tno/sda/awp)

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