Mit dem angekündigten Rücktritt von Peter Spuhlers langjährigem Freundes Roland Eberle - seit bald 8 Jahren Ständerat für den Kanton Thurgau - ist die Vertretung im Stöckli neu zu bestellen. Gemäss Marina Winder, Mediensprecherin von Stadler Rail, ist Spuhler von der SVP seines Kantons angefragt worden, ob er für eine Eberle-Nachfolge zur Verfügung stünde. Er sei geehrt und werde es sich übers Wochenende überlegen. «Sein Ziel ist es, bis Mitte nächster Woche einen Entscheid gefällt zu haben», sagt seine Sprecherin.

In der Vergangenheit hat Spuhler mehrfach ausgeschlossen, wieder in den Nationalrat zurückzukehren, auch eine Bundesratskandidatur schloss er aus. Eine mögliche Wahl in den Ständerat aber hat er nie verworfen. Der Unternehmer, der neben Stadler Rail diverse weitere Industriebeteiligungen hält, ist vor exakt einem Jahr bei seinem Hauptinvestment Stadler Rail kürzer getreten. Damals übergab er den CEO-Posten an Thomas Ahlburg und zog sich aufs VR-Präsidium zurück. Mit diesem Entscheid räumte er sein Chefbüro in Bussnang und bezog neue Büroräumlichkeiten in Frauenfeld.

So gut wie gewählt

Würde Spuhler für den Ständerat kandidieren, wovon viele Beobachter im Thurgau ausgehen, wäre er so gut wie gewählt. Mit seinem Einzug wäre die Schweizer Exportindustrie mit zwei Schwergewichten in Bern vertreten – mit Magdalena Martullo-Blocher und ihm. Das ist im Vergleich zur Bauernlobby noch immer eine krasse Untervertretung.

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Gleichzeitig ist Spuhler seit Monaten am Abklären, wie er sein Kerngeschäft Stadler Rail weiter entwickeln soll. Es geht dabei allenfalls um einen Börsengang oder die Beteiligung eines strategischen Partners. Würde er für den Ständerat kandidieren, könnten diese Pläne eine Beschleunigung erfahren.