Der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, hat US-Medien zufolge am Dienstag in die Vorwahlen in Maryland, Wisconsin und der Hauptstadt Washington gewonnen.

In Maryland erreichte Romney Teilergebnissen zufolge 50 Prozent der Stimmen, sein erzkonservativer Rivale Rick Santorum kam nur auf 29 Prozent. In Washington steuerte der Ex-Gouverneur mit 68 Prozent sogar auf einen noch deutlicheren Erfolg zu.

Anders als in Maryland und Washington, wo eher moderate Republikaner zuhause sind, hatte sich Santorum in Wisconsin durchaus Chancen ausgerechnet. Nach Auszählungen von rund der Hälfte der Stimmen kam Romney aber auch da auf 42 Prozent der Stimmen, Santorum lediglich auf 38 Prozent, wie der TV-Sender CNN berichtete.

Obama im Visier

Insgesamt hatten die drei Vorwahl-Staaten am Dienstag 98 Delegierte zu vergeben. Um auf dem Nominierungsparteitag Ende August in Tampa in Florida ungefährdet zum Herausforderer von US-Präsident Barack Obama gekürt zu werden, muss ein Bewerber mindestens 1144 Delegierte hinter sich bringen.

Romney hat dem TV-Sender CNN zufolge nun schon mehr als die Hälfte der für die Nominierung benötigten Delegiertenstimmen für sich gewonnen. In einer Siegesrede vor Anhängern präsentierte sich der Ex-Gouverneur denn auch demonstrativ als Herausforderer.

«Das war ein grosser Sieg», rief er seinen Anhängern zu. Romney konzentrierte sich in seiner Rede bereits ganz auf den amtierenden Präsidenten Barack Obama, seine Konkurrenten im Republikanerlager erwähnte er mit keinem Wort. Er werde die Krise in Amerika überwinden, meinte Romney. «Vor uns liegen grosse Tage.»

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Zähe Gegner

Sicher kann sich Romney aber immer noch nicht sein. Denn der erzkonservative Ex-Senator Santorum hat sich mehr noch als die inzwischen abgeschlagenen Mitbewerber und Polit-Veteranen Newt Gingrich und Ron Paul als zäher Gegenspieler erwiesen.

Santorum setzt auf Achtungserfolge, um sich bis Mai im Rennen zu halten. Dann stehen Abstimmungen in Bundesstaaten an, in denen er sich bessere Chancen als Romney ausrechnet.

Zur Not will er es sogar auf eine Kampfabstimmung beim Nominierungsparteitag Ende August ankommen lassen, wie er erst kürzlich signalisierte. Spätestens dann muss die Partei den Herausforderer von Obama bestimmen.

Auch der abgeschlagene frühere Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, spekuliert auf einen umkämpften Parteitag und hat erklärt, bis zum Ende im Rennen bleiben zu wollen.

Auch Obama startet Kampagne

Gut ein halbes Jahr vor den Wahlen griff am Dienstag auch Obama in den Wahlkampf ein. In einer Rede in Washington warf er seinen Gegnern am Dienstag «Sozialdarwinismus» vor. Bei den Sparplänen der Konservativen handele es sich um ein «trojanisches Pferd». In Wirklichkeit gehe es den Republikanern darum, die Gesellschaft radikal zu verändern.

Es ist die bislang schärfste Attacke Obamas auf die Republikaner. Er nahm in seiner Rede vor allem die neusten Budgetvorschläge der Opposition aufs Korn. Diese sehen für 2013 Einsparungen in Höhe von mehreren Billionen Dollar vor - darunter starke Einschnitte im Sozialbereich.

Zugleich schoss sich der Präsident erstmals auf den Multimillionär Romney als wahrscheinlichen Herausforderer ein. In seinem neuesten Wahlwerbespot greift er Romney als Unterstützer von «Big Oil» an, der mächtigen Ölindustrie.

Obama wirft den Republikanern vor allem vor, dass sie zwar Sozialprogramme radikal kürzen, zugleich aber Steuervorteile der Reichen nicht antasten wollen. Dies gehe auch auf Kosten des Mittelstandes.

(laf/tno/sda)