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Wahlkampfendspurt: Sarkozy holt auf

Will kämpfen bis zum Schluss: Nicolas Sarkozy. (Bild: Keystone)

Nur noch eine Woche bis zur Entscheidung: Im französischen Präsidentschaftswahlkampf liegt Herausforderer François Hollande in den Umfragen vorn. Sein Vorsprung auf Amtsinhaber Nicolas Sarkozys ist je

Veröffentlicht am 29.04.2012

Der sozialistische Herausforderer François Hollande würde die Stichwahl um das französische Präsidentenamt laut neuen Zahlen des Instituts LH2 mit 54 Prozent der Stimmen gewinnen. Amtshinhaber Nicolas Sarkozy würde auf 46 Prozent kommen.

Doch der Abstand schrumpft: Bei der vorangegangenen Befragung vor rund einer Woche hatte er noch bei 12 Prozentpunkten gelegen, jetzt sind es nur noch 8. Eine ähnliche Tendenz hatte bereits am Freitag ein anderes Institut gesehen.

Sarkozy hatte bei jüngsten Wahlkampfauftritten betont, dass er bis zur letzten Sekunde um eine zweite Amtszeit kämpfen werde. Er erhofft sich in der Stichwahl am 6. Mai vor allem Wählerstimmen der im ersten Wahlgang ausgeschiedenen Rechtspopulistin Marine Le Pen. Nach der LH2-Umfrage beabsichtigen 45 Prozent von Le Pens Anhänger den amtierenden Präsidenten zu wählen, nur 20 Prozent sind für Hollande.

Libyen soll Sarkozy-Wahlkampf unterstützt haben

Le Pen war als Kandidatin des rechtsextremen Front National in der ersten Wahlrunde mit knapp 18 Prozent der Stimmen auf Platz drei gelandet. Sie lag damit deutlich vor dem Linksfront-Führer Jean-Luc Mélenchon, dessen Wähler den Meinungsforschern zufolge zu rund 70 Prozent für Hollande stimmen wollen.

Eines der beherrschenden Wahlkampf-Themen am Wochenende war ein Bericht des linksgerichteten Online-Magazins Mediapart. Es präsentierte einen angeblichen Beweis dafür, dass der frühere libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi vor fünf Jahren den ersten Wahlkampf von Sarkozy unterstützt haben könnte.

Demnach wurde dem Chef eines libyschen Investitionsfonds schriftlich bestätigt, dass die libysche Regierung bereit sei, den Wahlkampf von Nicolas Sarkozy mit 50 Millionen Euro zu unterstützen. Ein entsprechendes Abkommen sei mit dem Sarkozy-Vertrauten Brice Hortefeux und dem Unterhändler Ziad Takieddine geschlossen worden, heisst es in dem von Mediapart veröffentlichten Dokument.

Sarkozy dementiert

Sarkozy liess die Anschuldigungen umgehend zurückweisen und auch der Ex-Chef des Investitionsfonds dementierte. Am Sonntag bezeichnete Sarkozy es in einem Interview von Canal + als schändlich, dass es Journalisten wagten, Gaddafis Sohn und Gaddafis Geheimdienstlern zu trauen.

Sarkozys Sprecherin Nathalie Kosciusko-Morizet bezeichnete die Vorwürfe als plumpes Ablenkungsmanöver vor der Stichwahl. Die Finanzierung des Wahlkampfes 2007 sei geprüft und vom Verfassungsrat ohne Beanstandung validiert worden, sagte sie. Sarkozy selbst hatte Gerüchte über illegale Wahlkampfspenden von Gaddafi bereits im März als grotesk bezeichnet.

(tno/sda)

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