Die meisten Kantone werden aufgrund der Unternehmenssteuerreform III nicht unmittelbar gezwungen sein, die Gewinnsteuern für Firmen zu senken. Laut einer Studie der UBS stehen nur die Kantone Genf, Basel-Landschaft und Waadt unter starkem Zugzwang.

Die Unternehmenssteuerreform III, wie sie der Bundesrat Anfang Juni vorgestellt hat, stellt nicht für jeden Kanton die gleich grosse Herausforderung dar. Kantone, die keine oder nur wenige Firmenhauptsitze und Holdinggesellschaften haben, sind von der Reform weniger stark betroffen. Dramatischer sind die Folgen und Auswirkungen, wenn ein Kanton Sitz vieler solcher so genannten Statusgesellschaften ist.

Diese Kantone müssen nämlich in jedem Fall mit einem spürbaren Rückgang der Steuereinnahmen rechnen. Denn entweder verlieren sie Steuereinkünfte, weil Statusgesellschaften den Kanton verlassen, oder weil sie ihre Gewinnsteuern deutlich senken müssen, um für diese Unternehmen steuerlich attraktiv zu bleiben.

Anzeige

Steuerverluste minimieren

Dabei gibt es jedoch ein Optimum, bei denen die Kantone möglichst wenig Steuereinnahmen verlieren. Die Grossbank UBS hat in einer Studie dieses Optimum für jeden Kanton berechnet. Das Resultat: Nur gerade die Kantone Genf, Basel-Landschaft und Waadt sollten ihre Unternehmenssteuern in jedem Fall deutlich senken.

Für den Kanton Freiburg ist das eine mögliche Option. Beim Kanton Basel-Stadt hängt es davon ab, wie stark die Steuererleichterung via Patentboxen ausfällt. Fallen diese hoch aus, sinkt laut UBS der Druck, die Gewinnsteuern zu senken.

Neu lancierter Steuerwettbewerb

Allen anderen Kantonen empfiehlt die UBS entweder nur eine moderate (SH, SZ, NE, AI und ZG) oder gar keine Senkung der Unternehmensgewinnsteuern (AG, UR, TG, SO, BE, OW, ZH, VS, AR, SG, NW, GR, JU, LU und GL).

Einen Sonderfall stellt der Kanton Tessin dar. Obwohl der südlichste Schweizer Kanton viele Statusgesellschaften aufweist, rät die UBS dem Tessin zum Rückzug aus dem Steuerwettbewerb. Es bestehe zwar Handlungsbedarf, heisst es in der Studie. Die Kosten einer deutlichen Steuersenkung dürften jedoch den Nutzen übersteigen.

Schaffhausen als Steuermekka

Obwohl die UBS nur einer Minderheit der Kantone zu einer Steuersenkung rät, geht sie davon aus, dass die Reform die Schweizer Steuerlandschaft deutlich verändern wird.

Der Kanton Schaffhausen zum Beispiel könnte mit der kürzlich angekündigten Steuersenkung zum steuergünstigsten Standort für Unternehmen in der Schweiz und sogar in der OECD aufsteigen, sagte Studienverfasser Elias Hafner bei der Präsentation am Mittwoch in Zürich. «Die Unternehmenssteuerreform III lanciert den Steuerwettbewerb in der Schweiz neu.»

Anzeige

(sda/ise)