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Was der Kampf der USA gegen Steueroasen einbrachte

Mit ihm begann es vor 10 Jahren: UBS-Whistleblower Bradley Birkenfeld
Mit ihm begann es vor 10 Jahren: UBS-Whistleblower Bradley BirkenfeldQuelle: Keystone

Vor zehn Jahren lancierten die USA den Kampf gegen Steueroasen. Eine Bilanz zeigt: Die Ausbeute blieb mager – zumal aus der Schweiz.

Von Ralph Pöhner
am 16.05.2018

Der massive Kampf der US-Steuerbehörde IRS gegen Steuerhinterzieher sowie der politische Druck gegen Steueroasen brachten dem Fiskus viel weniger ein als erwartet, gerade aus der Schweiz. Die «Handelszeitung» berichtet über Daten, die das National Bureau of Economic Research – die grösste wirtschaftswissenschaftliche Forschungsorganisation der USAjetzt veröffentlicht hat.
 
Nachdem Washington ab 2008 schlagartig den Druck erhöht hatte, meldeten US-Bürger Auslandkonti für insgesamt 120 Milliarden Dollar neu an. Diese Summe führt zu jährlichen Erträgen von 2,5 bis 4 Milliarden Dollar. Und die Steuereinkünfte, die sich daraus ziehen lassen, erreichen etwa 700 Millionen bis 1 Milliarde Dollar pro Jahr.

«Nennenswert, aber klein»

Gemessen am amerikanischen Staatsdefizit von zuletzt 887 Milliarden Dollar ist das ein Tropfen auf dem heissen Stein. «Die Zahlen sind nennenswert, aber sie sind klein im Verhältnis zu unabhängigen Schätzungen der versteckten Offshore-Vermögen», schreiben die fünf Autoren der Untersuchung, die auch Zugriff auf IRS-Daten hatten.
 
Aus der Schweiz meldeten US-Steuerzahler nach den Amnestie-Angeboten und Strafdrohungen des IRS insgesamt 3'500 Konti an. Damit wurden selbst aus Kanada, Japan oder Grossbritannien mehr Auslandsvermögen frisch versteuert. Zum Vergleich: In den «heissen Jahren» zwischen 2009 und 2014 machten zwei Senatsberichte alleine der UBS und der CS zum Vorwurf, dass sie zusammen mehr als 40'000 Konti von amerikanischen Bürgern führten – und über allen hing der Verdacht des Steuerbetrugs.

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Die nun veröffentlichten Daten lassen zwei Deutungen zu: Entweder wurde und wird das Ausmass der Steuerflucht und -hinterziehung von Politikern, Steuerfahndern, Medien und NGOs aufgebauscht. Oder aber ein grosser Teil der Steuerhinterzieher liess sich durch den massiven Druck des IRS nicht erschüttern: Sie zogen weiter, sie suchten noch diskretere Orte, sie errichteten noch raffiniertere Steuerflucht-Konstruktionen.