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«Weit entfernt von Ausstieg aus der Mindestkurspolitik»

SNB-Chef Thomas Jordan hält am Franken-Kurs fest. (Bild: Keystone)

Die Italien-Wahl hat den Euro diese Woche schwächeln lassen. Die Untergrenze von 1.20 Franken bleibt bis auf Weiteres so stehen. SNB-Chef Thomas Jordan weist den Vorwurf, die Schweiz führe einen Währu

Von Armin Müller (Interview)
am 27.02.2013

Der Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank geht nicht davon aus, das die Euro-Krise mit voller Wucht zurückkommt. Aber nach dem Patt bei den italienischen Wahlen will er eine erneute Verschärfung der Schuldenkrise «nicht grundsätzlich ausschliessen». Im Gespräch mit der «Handelszeitung» warnt Jordan: «Instabilität oder eine Entwicklung in die falsche Richtung würde nicht nur Italien selber, sondernauch Europa, die Finanzmärkte und sogar die Weltwirtschaft belasten.»
 
Die Situation an den Finanzmärkten sei «nach wie vor delikat». Die Euro-Untergrenze von 1.20 Franken bleibe bestehen, «so lange sie  nötig ist». Erst wenn die Geldpolitik plötzlich viel zu expansiv werden sollte, müsste die Nationalbank über die Bücher. Aber das stehe «heute nicht zur Diskussion». Auf drei Jahre hinaus seien keine Anzeichen für eineaufkeimende Inflation erkennbar. «Wir sind noch weit entfernt von einem Ausstieg aus der Mindestkurspolitik», sagt Jordan.

Schweiz führt keinen Währungskrieg

Den Vorwurf, die Schweiz führe mit der Euro-Untergrenze einen Währungskrieg, weist Jordan scharf zurück: «Wir sind keine Währungskrieger.» Es gebe keinen Abwertungswettlauf zwischen den Zentralbanken. Der Franken bleibe auch bei 1.20 pro Euro «hoch bewertet». Von Seiten der anderen Zentralbanken und des Internationalen Währungsfonds gebe es deshalb auch keine Kritik.
 
Thomas Jordan verteidigt die Einführung des antizyklischen Kapitalpuffers für Hypotheken, der für die Banken ab September gelten wird. Die bereits getroffenen Massnahmen würden nicht reichen, um eine Überhitzung des Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkts zu verhindern.

«Nachdem die Schweiz vergleichsweise gut durch die Krise kam, wollen wir nicht, dass sie noch ineine hausgemachte Immobilienkrise hineinläuft», begründet der Nationalbank-Chef. Die Aktivierung des Kapitalpuffers werde «sich nur marginal auf die Hypozinsen auswirken», glaubt er, «die Auswirkung auf die Mieten wird sehr gering bleiben».

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