1. Home
  2. Politik
  3. Weko eröffnet Untersuchung gegen Kiesunternehmen

Wettbewerb
Weko eröffnet Untersuchung gegen Kiesunternehmen

Absprachen: Untersuchung soll zeigen, ob missbräuchliche Absprachen getroffen wurden.  Keystone

Nach zahlreichen Hausdurchsuchungen beginnt die Wettbewerbskommission mit der Untersuchung wegen möglicher Preis- und Mengenabsprachen. Einige betroffene Unternehmen äussern sich zu den Vorwürfen.

Veröffentlicht am 14.01.2015

Die Wettbewerbskommission (WEKO) hat Anfang Woche gegen mehrere Kies- und Deponieunternehmen im Kanton Bern eine Untersuchung eröffnet. Sie werden verdächtigt, Preis- und Mengenabsprachen getroffen zu haben.

Die Weko schreibt in einer Mitteilung vom Mittwoch, bei den betroffenen Unternehmen seien Hausdurchsuchungen durchgeführt worden. Neben den vermuteten Absprachen lägen Indizien dafür vor, dass die Unternehmen über eine marktbeherrschende Stellung verfügten, die sie missbraucht hätten.

Kopplungsverträge und Bedingungen

Insbesondere hätten sie Drittunternehmen Geschäftsbeziehungen verweigert und Handelspartner diskriminiert. Zudem sei der Abschluss von Verträgen möglicherweise an die Bedingung gekoppelt worden, zusätzliche Leistungen anzunehmen.

Es bestehe der Verdacht, sagte dazu Weko-Direktor Rafael Corazza auf Anfrage, dass nicht alle Unternehmen Zugang zu den Deponien erhalten hätten und nicht alle zu gleichen Konditionen. Möglicherweise habe auch Kies kaufen müssen, wer habe deponieren wollen.

Viele Unternehmen betroffen

Betroffen sind folgende Unternehmen: Kies AG Aaretal KAGA, Messerli Kieswerk AG, K. & U. Hofstetter AG, Kästli Bau AG, Kieswerk Daepp AG, KIESTAG, Kieswerk Steinigand AG, die Kieswerk Heimberg AG sowie deren konzernmässig verbundenen Gesellschaften, namentlich ihre Muttergesellschaften.

Von den sieben betroffenen Firmen nahmen am Mittwoch deren vier Stellung zu den im Raum stehenden Vorwürfen. Überall hiess es auf Anfrage, das Unternehmen habe nichts Illegales getan, man kooperiere mit der Weko und warte das Ergebnis der Untersuchungen ab.

Von Zeitungsbericht ausgelöst

Ausgelöst wurde die Untersuchung der Weko durch einen im vergangenen November erschienenen Artikel in der Berner Zeitung «Der Bund». In der Folge gab die Weko bekannt, sie habe diesen Bericht zur Kenntnis genommen und prüfe ihn nun auf seine Plausibilität.

Die Weko hat unter anderem die Aufgabe, Wettbewerbsabsprachen zu überprüfen und den Missbrauch marktbeherrschender Stellungen zu bekämpfen.

(sda/lur/ise)

Anzeige