Weltbank-Chef Jim Yong Kim wirft der Weltgemeinschaft schwere Versäumnisse bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika vor. Die Reaktion auf den Ausbruch der Seuche sei «verheerend unzulänglich», kritisierte Kim in einem Gastbeitrag für die Zeitung «Washington Post».

«Viele sterben unnötig.» Kim rief die wohlhabenden Länder dazu auf, den afrikanischen Staaten beizustehen. Mit der medizinischen Ausrüstung des Westens könne die Krankheit leicht eingedämmt werden. «Wir befinden uns in einem gefährlichen Moment», warnten Kim und sein Mitautor, der Harvard-Professor Paul Farmer. «Zehntausende Menschenleben, die Zukunft der Region und schwer erkämpfte wirtschaftliche wie medizinische Fortschritte für Millionen von Menschen hängen in der Schwebe.»

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Engpässe bei der Versorgung

Westafrika wird derzeit vom bislang schlimmsten Ebola-Ausbruch erschüttert seit Entdeckung der Krankheit im Jahr 1976. Fünf Länder sind unmittelbar betroffen, am gravierendsten Sierra Leone, Guinea und Liberia, wo sich zusammen mehr als 3000 Menschen infiziert haben.

Die Behörden kämpfen mit Engpässen in der medizinischen Versorgung. Manche Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen in die am schwersten getroffenen Länder gestoppt, mehrere Nachbarstaaten die Grenzen geschlossen und internationale Organisationen ihr Personal abgezogen.

(reuters/gku)