Der Weltklima-Gipfel in Warschau hat die Hoffnungen auf ein neues Klimaabkommen 2015 offengehalten. In letzter Minute einigten sich die nahezu 200 teilnehmenden Länder nach zweiwöchigen Beratungen auf einen Kompromiss, um die Erderwärmung zu verlangsamen.

Alle Staaten sollen ihre Angebote zur Reduzierung des Ausstosses von Treibhausgasen möglichst bis Frühjahr 2015 machen. Ausserdem wurde ein Mechanismus verabredet, mit dem armen Ländern bei der Bewältigung von Umweltkatastrophen wie Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, der Wüstenbildung oder dem Anstieg des Meeresspiegels geholfen werden soll. Konkrete zusätzliche Hilfszusagen gab es jedoch nicht. Auch bot kein Land an, nachdrücklicher gegen den steigenden Ausstoss an Treibhausgasen vorzugehen.

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Umweltschützer sorgten für Eklat

Die Delegierten berieten einen Tag länger als ursprünglich geplant. Am Donnerstag verliessen Umweltschützer aus Protest gegen mangelnde Fortschritte die Sitzung. Die reichen Länder seien mehr an der Wiederbelebung ihrer Wirtschaft interessiert als am Klimaschutz, sagten sie. «Wir haben kein sinnvolles Ergebnis erzielt» kritisierte der philippinische Delegierte Naderev Sano, in dessen Land zuletzt bei einem Taifun mehr als 5000 Menschen getötet wurden.

Nicholas Stern von der London School of Econmics sagte, die getroffenen Vereinbarungen würden der Dimension und der Dringlichkeit der Aufgabe nicht gerecht. Bundesumweltminister Peter Altmaier erklärte, es gebe keinen Anlass, sich zurückzulehnen. «Alle Beteiligten müssen in den kommenden Monaten ihre Hausaufgaben machen.»

Die Konferenz in Warschau galt als Vorbereitungstreffen, um Ende 2015 in Paris einen Klimavertrag vereinbaren zu können. Dieser soll dann 2020 in Kraft treten. In dem Abkommen soll sichergestellt werden, dass sich die Welt nicht mehr als zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmt.

(reuters/muv)