Im neuen Jahr wird in der Schweiz mehr gearbeitet werden als in den vergangenen zwei Jahren. Wegen der ungünstigen Lage der Feiertage fällt die Zahl der Arbeitstage 2015 nämlich um zwei oder drei Tage höher aus als 2014.

In den Städten Bern und Aarau zum Beispiel beträgt die Zahl der Arbeitstage 2015 nach Abzug der gesetzlichen kantonalen Feiertage 254 und nicht wie 2014 252. In der Gemeinde Schwyz werden es nach 247 im letzten Jahr heuer 250 Arbeitstage sein. Ebenfalls drei Arbeitstage mehr wird es in der Stadt Luzern geben.

Jahre mit tiefer Anzahl Arbeitstage sind häufiger

Grund für den Anstieg der Arbeitstage ist, dass der 1. August, Mariä Himmelfahrt und der Stephanstag 2015 auf einen Samstag oder einen Sonntag fallen. Pech also für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Allzu stark grämen müssen sie sich aber nicht. Denn kalendarisch sind sie gegenüber den Arbeitgebern, die von einer höheren Zahl der Arbeitstage profitieren, im Vorteil.

Es gibt nämlich deutlich mehr Jahre mit einer tiefen Anzahl Arbeitstage als solche mit einer hohen. In den Kantonen Bern und Zürich zum Beispiel lassen sich von 1990 bis 2029 siebzehn Jahre mit der tiefst möglichen Anzahl Arbeitstage zählen (BE: 252, ZH: 251) und nur fünf respektive sechs Jahre mit der höchst möglichen (BE: 256, ZH: 256).

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Vorteile für die Arbeitnehmer

Grund für die Bevorteilung der Arbeitnehmerschaft liegt schlicht in der Tatsache, dass es mehr Werk- als Wochenendtage gibt, auf die Feiertage fallen können. Aber auch die Angestellten können ihr Freitage-Potenzial nicht ganz ausschöpfen. So ist es zwar möglich, dass Neujahr, Berchtoldstag, der 1. Mai, der 1. August und die Weihnachtstage - die üblichen nicht auf einen Wochentag fixierten Feiertage - alle in einem Jahr ausserhalb der Wochenende liegen.

Nicht möglich ist es jedoch, dass man in einem solchen Jahr gleichzeitig von mehr Wochenendtagen profitieren kann. Normalerweise zählt ein Jahr 104 Samstage und Sonntage. Regelmässig gibt es jedoch auch Jahre mit 105 und in Schaltjahren sogar solche mit 106 Wochenendtage. Weil dann jedoch zwingend der Neujahrs- oder der Berchtoldstag auf einen Sonntag fällt, haben Arbeitnehmer auch in solchen Jahren keinen zusätzlichen Freitag.

Mehr Arbeitstage, aber nicht mehr Leistung

Wenn das angebrochene Arbeitsjahr zwei oder drei Tage länger dauert als jenes 2014, dann sollte eigentlich auch die gesamte Schweizer Wirtschaftsleistung im nächsten Jahr um diesen Faktor höher ausfallen. Das tut sie jedoch nicht, wie Bruno Parnisari vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sagt.

Der so genannte Feiertagseffekt zeige sich zwar in den Quartalsrechnungen. «Über ein Jahr gesehen sind die Auswirkungen jedoch marginal.»Dies darum, weil die Schweiz im Gegensatz zum industrielastigen Deutschland stark vom Dienstleistungssektor abhängig sei. Ausgleichend wirke in der Schweiz zudem der Tourismus, der von einem Anstieg der arbeitsfreien Tage eher profitiere.

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(sda/me)