Dan Kahan, Rechtsprofessor an der Universität Yale, wollte es genauer wissen. Er befragte 1000 Amerikaner nach ihren politischen Ansichten und testete ihre mathematischen Fähigkeiten. Danach mussten sie aufgrund von Testdaten einer Anti-Pickel-Creme herausfinden, ob sie wirkt. Auf den ersten Blick schienen die Resultate die Wirksamkeit zu belegen. Nur die guten Rechner erkannten, dass sie nicht wirkt. Danach wiederholte Kahan das Experiment, diesmal mit Daten zur Wirkung von strengeren Waffengesetzen. Nun waren die guten Rechner plötzlich nicht mehr besser, im Gegenteil. Entscheidend war allein die politische Ausrichtung. «Je schlauer jemand ist, desto dümmer macht ihn die Politik», fasste der Blogger Ezra Klein Kahans Ergebnisse zusammen.

Mehr Information hilft nicht bei der Suche nach der Lösung, wenn das Problem politisch emotional ist. Der Mensch wehrt sich unterbewusst gegen Fakten, die seine prägenden Werte bedrohen. Vor allem vermeidet er, in Widerspruch zu seinem persönlichen Umfeld zu geraten. Kein Wunder, bleiben viele politische Diskussionen so fruchtlos. Keine Aufklärungskampagne oder Informationsoffensive wird daran etwas ändern. Je mehr wir wissen, desto besser können wir argumentieren, um unsere vorgefasste Meinung zu verteidigen.

Ein harter Schlag für einen Kolumnisten. Bleibt die Hoffnung, dass man seltener in die Falle tritt, wenn man sie kennt.