Italien hat als erstes Land überhaupt eine Steuer auf computergesteuerte Hochfrequenz-Geschäfte an den Börsen eingeführt. Seit heute müssen Händler 0,02 Prozent auf Geschäfte zahlen, die in weniger als einer halben Sekunde ausgeführt werden.

Beim Hochfrequenz-Handel kaufen und verkaufen Computer automatisiert Wertpapiere nach den Vorgaben ihrer Betreiber. In Sekundenbruchteilen können so viele hundert Kauf- und Verkaufsanweisungen gegeben werden.

An den Aktienmärkten macht der automatisierte Handel Schätzungen zufolge mehr als 40 Prozent des gesamten Handelsvolumens aus. Experten machen den Hochfrequenz-Handel unter anderem für zum Teil massive Kursstürze an Börsen in der Vergangenheit verantwortlich.

Wichtiger Teil der EU-Finanzmarktreform

An der New Yorker Börse hatte es beispielsweise im Mai 2010 einen historischen Kursrutsch gegeben. Der Dow-Jones-Index war zeitweise um neun Prozent eingebrochen und hatte damit mehr als 1000 Punkte verloren. Binnen Minuten schnellte der Kurs aber wieder nach oben. Der Kurssturz hatte die Börsen weltweit in Mitleidenschaft gezogen. Für die massiven Kursbewegungen wurde damals der Computerhandel verantwortlich gemacht.

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Die Regulierung des Hochfrequenz-Handels ist wichtiger Teil der Reform der Finanzmarkt-Regeln der EU. Diese Reform wird derzeit zwischen den EU-Regierungen und dem EU-Parlament verhandelt. Die Umsetzung einer neuen Richtlinie für die Finanzmärkte in den EU-Mitgliedstaaten könnte jedoch noch Jahre dauern.

(sda/jev/aho)