Deutschland bleibt einer Studie zufolge eine der zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt. Die Bundesrepublik belegt wie schon im vergangenen Jahr den neunten Platz, wie die Schweizer Business School IMD zu ihrer Untersuchung von 60 Ländern mitteilte. «Der Erfolg beruht massgeblich auf der exportorientierten Industrie, der breit aufgestellten Wirtschaft, starken kleinen und mittelständischen Unternehmen und Haushaltsdisziplin», hiess es zur Begründung. 1997 hatte Europas grösste Volkswirtschaft lediglich Rang 16 belegt. 

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Aktuelle Nummer eins sind demnach die USA mit ihrem wiedererstarkten Finanzsektor, vor der Schweiz und dem letztjährigen Sieger Hongkong. Auch Schweden, Singapur, Norwegen, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate liegen noch vor Deutschland. Die europäischen Krisenstaaten Italien (44.), Spanien (45.), Portugal (46.) und Griechenland (54) finden sich trotz aller Reformanstrengungen nur auf hinteren Rängen wieder.

Indien verliert an Boden

Frankreich (28.) schaffte lediglich einen Mittelfeldplatz. Von den grössten Schwellenländern verbesserten sich China (21.) und Russland (42.), während Indien (40.), Brasilien (51.) und Südafrika (53.) an Boden verloren.  

Die IMD stellt das Ranking unter dem Namen «World Competitiveness Yearbook» seit 1989 jährlich auf. Dazu werden etwa 4000 internationale Geschäftsleute befragt. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet. Als grösster Pluspunkt Deutschlands gelten gut ausgebildete Fachkräfte. Das sehen 80 Prozent der Experten so. Eine zuverlässige Infrastruktur und eine stabile wie verlässliche Politik werden ebenfalls gelobt.

Für den Standort Deutschland sprechen demnach auch das hohe Bildungsniveau, die «starke Kultur in Forschung und Entwicklung» und die effektive Justiz. Als grösste Schwachstelle wird die Steuergebung genannt. Nur wenige Geschäftsleute bescheinigen der Regierung eine hohe Kompetenz, das Umfeld sei zudem nicht immer unternehmerfreundlich.

(muv/rcv/reuters)