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Whistleblower Birkenfeld bangt um seine 104 Millionen Dollar

Weil die US-Gesetzeslage nicht eindeutig ist, könnte Bradley Birkenfeld seine Belohnung verlieren. (Bild: Keystone)

Bradley Birkenfeld will seine Belohnung in ein europäisches Schloss investieren. Doch ob der wohl berühmteste Whistleblower der Welt seine 104 Millionen Dollar Belohnung erhält, scheint jetzt plötzlic

Veröffentlicht am 21.09.2012

Bradley Birkenfeld will nach langer Absenz die USA verlassen und wieder nach Europa zurückkehren. Der Grund: Wie Freunde des Whistleblowers der Online-Plattform «Inside Paradeplatz» berichten, ist er auf der Suche nach einem Schloss in Bayern oder Frankreich. 

Als Krösus möchte der ehemalige UBS-Mitarbeiter ein eigenes «Königreich» mitten in Europa errichten - mit viel Platz für sich und seine Freunde. Bis es soweit ist, wird sich Birkenfeld aber noch eine Zeit gedulden müssen. Bis Ende November muss er mit anderen Ex-Häftlingen in einer überwachten Wohngemeinschaft im US-Bundesstaat New Hampshire ausharren - mit einer elektronischen Fussfessel. 

Anfang 2013 sollte Birkenfeld dann seinen Pass zurückerhalten und daraufhin die USA verlassen können. Zur Erinnerung: Nach einem internen Streit um Macht und Boni wandte sich der ehemalige UBS-Mitarbeiter an die US-Behörden und wurde daraufhin zum Kronzeugen im Steuerstreit gegen die UBS und die Schweiz. 

Wie aus einem Bericht der US-Steuerbehörde IRS denn auch hervorgeht, konnten die Amerikaner dank den Aussagen des Whistleblowers das Verfahren gegen die UBS einleiten - was letztlich zu Steuereinnahmen von fünf Milliarden US-Dollar führte. 

US-Börsenaufsicht entscheidet

Für diese wertvollen Dienste erhielt Birkenfeld jetzt eine Belohnung in Höhe von 104 Millionen US-Dollar. Dieser Lohn scheint jetzt aber in Gefahr zu sein, weil sich zwei US-Gesetze in dieser Angelegenheit widersprechen.

Einerseits stellt das neue Whistleblower-Gesetz einem Whistleblower bis zu 30 Prozent der Mehreinnahmen in Aussicht, welche der Staat durch die Informationen einfahren konnte. Andererseits würde Birkenfeld laut dem «Dodd-Frank-Gesetz» leer ausgehen. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin «Forbes». 

Laut den Gesetzen gibt es keine Belohnung für Einzelpersonen, die «Vergehen geplant und initiiert haben», während nach dem Dodd-Frank-Gesetz kein «Whistleblower, der wegen einer Straftat verurteilt wurde, die im Zusammenhang mit den Richtlinien der SEC steht, belohnt werden darf». Das letzte Wort in Sachen Birkenfeld-Belohung hat die US-Börsenaufsicht SEC. Bis dahin muss er um sein Schloss fürchten. 

(muv/laf)

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