Bradley Birkenfeld will nach langer Absenz die USA verlassen und wieder nach Europa zurückkehren. Der Grund: Wie Freunde des Whistleblowers der Online-Plattform «Inside Paradeplatz» berichten, ist er auf der Suche nach einem Schloss in Bayern oder Frankreich. 

Als Krösus möchte der ehemalige UBS-Mitarbeiter ein eigenes «Königreich» mitten in Europa errichten - mit viel Platz für sich und seine Freunde. Bis es soweit ist, wird sich Birkenfeld aber noch eine Zeit gedulden müssen. Bis Ende November muss er mit anderen Ex-Häftlingen in einer überwachten Wohngemeinschaft im US-Bundesstaat New Hampshire ausharren - mit einer elektronischen Fussfessel. 

Anfang 2013 sollte Birkenfeld dann seinen Pass zurückerhalten und daraufhin die USA verlassen können. Zur Erinnerung: Nach einem internen Streit um Macht und Boni wandte sich der ehemalige UBS-Mitarbeiter an die US-Behörden und wurde daraufhin zum Kronzeugen im Steuerstreit gegen die UBS und die Schweiz. 

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Wie aus einem Bericht der US-Steuerbehörde IRS denn auch hervorgeht, konnten die Amerikaner dank den Aussagen des Whistleblowers das Verfahren gegen die UBS einleiten - was letztlich zu Steuereinnahmen von fünf Milliarden US-Dollar führte. 

US-Börsenaufsicht entscheidet

Für diese wertvollen Dienste erhielt Birkenfeld jetzt eine Belohnung in Höhe von 104 Millionen US-Dollar. Dieser Lohn scheint jetzt aber in Gefahr zu sein, weil sich zwei US-Gesetze in dieser Angelegenheit widersprechen.

Einerseits stellt das neue Whistleblower-Gesetz einem Whistleblower bis zu 30 Prozent der Mehreinnahmen in Aussicht, welche der Staat durch die Informationen einfahren konnte. Andererseits würde Birkenfeld laut dem «Dodd-Frank-Gesetz» leer ausgehen. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin «Forbes». 

Laut den Gesetzen gibt es keine Belohnung für Einzelpersonen, die «Vergehen geplant und initiiert haben», während nach dem Dodd-Frank-Gesetz kein «Whistleblower, der wegen einer Straftat verurteilt wurde, die im Zusammenhang mit den Richtlinien der SEC steht, belohnt werden darf». Das letzte Wort in Sachen Birkenfeld-Belohung hat die US-Börsenaufsicht SEC. Bis dahin muss er um sein Schloss fürchten. 

(muv/laf)