Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft das Ende der Untergrenze zum Euro verkraften kann, da die Firmen besser aufgestellt sind als 2011 bei der Einführung. Für eine Steuer-Entlastung zeigt sie sich dennoch offen.

Noch sei es zwar zu früh, um über Forderungen nach steuerlichen Entlastungen oder Konjunkturprogrammen zu sprechen, sagte die BDP-Bundesrätin in mehreren Interviews. Doch die angestossene Unternehmenssteuerreform III sei schon ein Entlastungspaket, sagte sie der Zeitung « Schweiz am Sonntag». «Im Rahmen dieser Reform bin ich zu Diskussionen bereit.»

«Wir müssen jetzt die Lage beobachten», sagte sie der «SonntagsZeitung». «Sollten wir in einem halben Jahr sehen, dass es weitere Massnahmen braucht, wir man dann darüber diskutieren müssen.» Konjunkturpakete seien bei Wechselkursproblemen aber «wenig zielführend».

Hoffnung auf Euro-Kurs von 1.10 Franken

Als verkraftbar für die Wirtschaft sieht Widmer-Schlumpf einen Kurs von 1.10 Franken pro Euro, wie sie dem «SonntagsBlick» sagte. Sie sei zuversichtlich, dass er sich dort einpendeln werde. Mit diesem Kurs könnten sich die Schweizer Unternehmen arrangieren. Am Wochenende lag der Kurs leicht über Parität bei ungefähr 1.02 Franken pro Euro. Die Untergrenze lag bei 1.20 Franken pro Euro.

Ausserdem stärkt Widmer-Schlumpf der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und ihrem Präsidenten Thomas Jordan den Rücken: Jordan geniesse im Bundesrat vollstes Vertrauen, sagte sie. «Der Entscheid der Nationalbank beurteile ich als konsequent und wird von mir nicht in Frage gestellt.» Es sei eine «gute Entwicklung», dass die SNB nun wieder über mehr Handlungsspielraum verfüge.

(awp/ise/chb)

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