Die Mitte wird ihren Anspruch auf zwei Sitze im Bundesrat nach geschlagener Wahlschlacht vereint anmelden. Dies berichtet die «Schweiz am Sonntag». Hinter den Kulissen ist die Rede davon, dass CVP, BDP und GLP geschlossener auftreten wollen. So könnte schon bald eine Fraktionsgemeinschaft gebildet werden.

BDP-Präsident Martin Landolt geht noch weiter: «Vielleicht entsteht im Lauf der nächsten Legislatur der Block der bürgerlichen Vernunft, wie ich ihn nennen würde. Das wäre ein wichtiger Schritt und hätte auch zur Folge, dass wir nicht mehr so stark auf die Unterstützung der Linken angewiesen sind.»

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FDP mit ins Boot holen

Diesem Block müsse auch die FDP angehören. Gemessen an ihrer Stärke in der Bundesversammlung hätte diese mit der FDP verstärkte Mitte derzeit Anspruch auf drei Bundesratssitze. Rechte und Linke auf je zwei. Aber das Kalkül der Mitte-Strategen ist, dass sie dank kompaktem Auftreten bei künftigen Wahlen zulegen und auf vier Sitze kommen.

Für einen 2. SVP-Sitz im Bundesrat wird es eng. Wenn Widmer-Schlumpf schon jetzt abtreten sollte, möchten CVP/BDP/GLP den Sitz in ihren Reihen behalten. Gute Chancen hätte neben der Deutschweizerin Leuthard ein Vertreter der lateinischen Schweiz. Das könnte Darbellay sein oder Filippo Lombardi (TI), der allerdings zuletzt Goodwill verlor.

Top-Favorit Urs Schwaller

Top-Favorit wäre für einige Insider laut «Schweiz am Sonntag» Urs Schwaller (62). Der abtretende Freiburger Ständerat könnte nach 2009, als er gegen Didier Burkhalter (FDP) unterlag, eine zweite Chance erhalten. Aber auch Deutschschweizer wie Konrad Graber (LU) oder Stefan Engler (GR) werden immer wieder genannt.

(gku)