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Steuern
Wie Hoeness: Schweizer zeigen sich in Scharen an

Steueramt: Die Behörden werden überrennt.   Keystone

Der Fall Uli Hoeness treibt auch Schweizer Steuerhinterzieher dazu, reinen Tisch zu machen. Nachdem die Zahl Selbstanzeigen 2013 auf Rekordstände kletterte, nimmt sie in diesem Jahr noch stärker zu.

Veröffentlicht am 16.03.2014

Der Kanton Schwyz verzeichnet in den ersten beiden Monaten 2014 insgesamt 42 Selbstanzeigen. «Hochgerechnet aufs ganze Jahr ergibt das einen neuen Rekord von 252 Selbstanzeigen», bestätigt Meinrad Betschart, Leiter der Abteilung «Nachsteuern und Steuerstrafen» bei der Schwyzer Steuerverwaltung in der «Schweiz am Sonntag». Vergangenes Jahr waren es 166, 2012 erst 106 Selbstanzeigen.

Das gleiche Bild im Kanton Aargau. Nach dem Rekordjahr 2012 mit insgesamt 319 Selbstanzeigen liegt 2014 «die Anzahl der eingegangenen Selbstanzeigen deutlich höher als in der Vergleichsperiode im vergangenen Jahr», wie David Schenker, Leiter Nachsteuern und Bussen bei der Aargauer Steuerverwaltung bestätigt. «Steigende Tendenz» verzeichnet auch Beda Albrecht, der Chef der Walliser Steuerverwaltung. Im Jahr 2010 wurde in der Schweiz die Möglichkeit eingeführt, den Behörden unversteuerte Vermögen straflos anzuzeigen. Seither hat die Zahl der Selbstanzeigen jedes Jahr zugenommen. Allein zwischen 2012 zu 2013 stieg die Anzahl Selbstanzeigen von 3130 auf über 5300, wie eine «Schweiz am Sonntag»-Umfrage in den Kantonen ergeben hat.

Auch in der Schweiz Steuerhinterziehung

«Der Fall Hoeness hat der Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen, dass es offenbar möglich ist, Steuern in unvorstellbarem Ausmass zu hinterziehen. Das ist auch der Grund, weshalb wir jeweils bei der Veröffentlichung der Selbstanzeige-Statistik auch das im abgelaufenen Jahr höchste angezeigte Schwarzgeldvermögen publizieren», sagt Meinrad Betschart von den Schwyzer Steuerbehörden. «Damit wollen wir aufzeigen, dass es auch in der Schweiz Steuerhinterziehung gibt, und dies nicht nur im Bagatellbereich.» Neben dem Fall Hoeness trägt nach Ansicht von Betschart vor allem «die Diskussion um den automatischen Informationsaustausch» und die Frage, «ob in der Schweiz das Steuerstrafrecht verschärft werden soll», zur weiterhin ansteigenden Zahl der Selbstanzeigen bei.

(se)

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