Ecuador hat sich besorgt über den Gesundheitszustand des Wikileaks-Mitbegründers Julian Assange gezeigt und Grossbritannien um ein Treffen dazu gebeten. 

Da die britische Regierung dem Australier keine freie Bewegung erlaube, «verschlechtert sich Julian Assanges Gesundheit immer mehr», sagte Ecuadors Aussenminister Ricardo Patiño im ecuadorianischen Radio. So habe Assanges unter anderem Sehprobleme. 

Patiños Stellvertreter Marco Albuja hatte am Mittwoch zudem bei einem Besuch in Moskau gesagt, Assange habe «sichtbar abgenommen». Patiño sagte später am Mittwoch vor Journalisten in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito, er habe dem britischen Botschafter in Ecuador seinen Wunsch übermittelt, sich mit Grossbritanniens Aussenminister William Hague wegen Assanges Schicksal zu treffen.

Der Australier Assange hält sich derzeit in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. Er soll eigentlich in Schweden zu Vorwürfen sexueller Vergehen vernommen werden. Deshalb war er im Juni in die Botschaft geflohen und erhielt dort im August offiziell Asyl. Sollte er das Botschaftsgebäude verlassen, droht ihm jedoch die Festnahme durch die britische Polizei.

Wikileaks hatte durch die Veröffentlichung von Informationen zu den Einsätzen im Irak und in Afghanistan sowie von rund 250'000 vertraulichen US-Diplomatendepeschen den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen. Assange befürchtet nach eigenen Angaben, letztlich an die USA ausgeliefert zu werden.

(muv/tke/sda)

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