Wikileaks will Tech-Firmen helfen, die durch Hacker-Werkzeuge der CIA bekanntgewordenen Sicherheitslücken in ihren Geräten und Software zu stopfen. Dafür werde die Enthüllungsplattform den Unternehmen die vorliegenden technischen Informationen zu den Hacks zur Verfügung stellen, kündigte Wikileaks-Gründer Julian Assange am Donnerstag in einer Online-Medienkonferenz an.

Wikileaks verfüge über weitere Informationen über die Hackerangriffe der CIA, werde sie aber nicht veröffentlichen, ohne zunächst mit den Technologiekonzernen gesprochen zu haben. «Wir haben uns entschieden, mit ihnen zusammenzuarbeiten, um ihnen einen exklusiven Zugang zu den zusätzlichen technischen Details zu geben, die wir haben, damit Lösungen entwickelt werden können», sagte Assange.

Apple und Google brauchen spezifische Details

Unter anderem Apple und Google hatten erklärt, dass ein Teil der bekanntgewordenen Schwachstellen bereits gestopft worden sei, und sie nach weiteren suchten. Diese Arbeit wurde jedoch bisher dadurch erschwert, dass den Unternehmen nicht die konkreten technischen Details zu den Lücken vorlagen.

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Assange sprach sich für Vereinbarungen gegen Cyber-Waffen aus, weil der Einsatz solcher Werkzeuge durch einen Geheimdienst wie die CIA in der Realität nicht kontrolliert werden könne. Es sei unmöglich, die Kontrolle über Cyber-Waffen zu behalten, fügte er hinzu. «Wenn man sie baut, wird man sie am Ende wieder verlieren.»

Eigene Programmiertrupps des CIA

Wikileaks hatte am Dienstag 8761 Dokumente veröffentlicht, die aus dem CIA-Zentrum für Cyber-Aufklärung in Langley bei Washington stammen. Daraus geht hervor, dass die CIA eine eigene Programmiertruppe aufgebaut hatte, um systematisch Sicherheitslücken und Schwachstellen in Smartphones, Computern wie auch Fernsehgeräten und Telefonanlagen auszunutzen und auf diese Weise Verdächtige gezielt auszuspähen.

Die US-Regierung und das CIA wollen die Echtheit der Dokumente weder bestätigen noch dementieren. Experten halten sie aber für glaubwürdig. Nach der beispiellosen Enthüllung gehen die Ermittler laut Medienberichten von einem Insider als Quelle aus. Die US-Bundespolizei FBI wolle jeden befragen, der Zugang zu den Unterlagen hatte, schrieb die «New York Times» in der Nacht zum Donnerstag.

Externe Mitarbeiter im Fokus der Ermittlungen

Das könnten mehrere hundert oder auch über tausend Personen sein, hiess es unter Berufung auf Ermittlerkreise. Bisher würden weder externe Mitarbeiter, noch direkte Beschäftigte der CIA als undichte Stelle ausgeschlossen. Der Leak sei aber nach Ansicht der Ermittler nicht das Werk eines feindlichen Staates.

In den Fokus dürfte nun erneut der Einsatz externer Mitarbeiter durch die Geheimdienste kommen. Auch der NSA-Enthüller Edward Snowden hatte seinerzeit als externer Mitarbeiter Zugriff auf vertrauliche Dokumente des Abhördienstes.

Das «Wall Street Journal» schrieb, mehr als ein Dutzend Firmen arbeiteten für die CIA an der Entwicklung von Werkzeugen zur Cyberspionage. Ein Grossteil davon werde an einem Standort in Dulles im Bundesstaat Virginia und nicht im Hauptquartier in Langley abgewickelt. Die CIA habe bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass Informationen über ihre Hacking-Werkzeuge abgegriffen worden seien, sei aber von der Veröffentlichung bei Wikileaks überrascht worden.

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(sda/me)