Die Stadt Winterthur baut 110 Stellen ab. Die einschneidende Massnahme ist Bestandteil des Sparprogramms «Balance», das der Stadtrat am Donnerstag den Medien vorstellte. Insgesamt bringt es eine Haushaltentlastung um rund 43,6 Millionen Franken jährlich.

Die Reduktion des Stellenplans umfasse Abbau und Verzicht auf Aufstockungen. Zusätzlich werde die Stadt künftig rund 40 Lehrstellen nicht mehr anbieten. Es sei anzunehmen, dass ein grosser Teil des Abbaus durch natürliche Fluktuation aufgefangen werden könne.

Sozialplan bis Ende April

Für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden werde die Stadt bis Ende April einen Sozialplan erstellen, heisst es in einer Mitteilung zur Medienkonferenz. Dieser werde mit den Personalverbänden ausgehandelt.

Das Programm «Balance» umfasst laut Mitteilung eine Vielzahl von Einzelmassnahmen. 45 Prozent davon fallen in die Kompetenz des Stadtparlamentes, des Grossen Gemeinderates. Bei 11 Prozent haben die Stimmberechtigten das letzte Wort.

Stadt ist grösster Arbeitgeber

Die Stadtverwaltung ist der grösste Arbeitgeber in Winterthur. Sie sorgte Ende 2014 für 3180 Vollzeitstellen. Vor fünf Jahren waren es noch deren 3020, wie die Lokalzeitung «Der Landbote» kürzlich schrieb. Der Versicherungskonzern Axa Winterthur ist zweitgrösster Arbeitgeber, das Kantonsspital folgt auf Rang drei, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) auf Platz vier.

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Immer abwärts ging es mit den einstigen Industrie-Giganten Rieter und Sulzer, die die Stadt bis weit ins 20. Jahrhundert zur echten Büezer-Region machten. Beschäftigte Sulzer in den Siebzigern noch weit über 10'000 Personen, schrumpfte die Zahl der Vollzeitstellen auf zuletzt nur noch 775.

(sda/ise/ama)