Die «NZZ am Sonntag» berichtete, die Stadtwerke Winterthur würden bei der Strombeschaffung als erster Grossverbraucher nach Deutschland wechseln. Die Nachrichtenagentur SDA nahm die Story auf und behauptete, Winterthur würde den Strom künftig beim deutschen Anbieter Trianel beziehen - danach landete die Nachricht auf vielen Online-Kanälen.

Die Geschichte wäre von Tragweite, denn mit einem Jahresverbrauch von 600 Millionen Kilowattstunden generiert die Stadt ein Prozent des gesamten Schweizer Stromverbrauchs. Würde Winterthur wechseln, träfe dies die Schweizer Stromwirtschaft empfindlich, allen voran die Axpo.

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Administrative Bewirtschaftung der Stromangebote

Allein: Die Geschichte stimmt so offenbar nicht, zeigt ein Artikel der Linkszeitung «P.S.». Deren Redaktor fragte beim Chef der Stadtwerke Winterthur, Markus Sägesser, nach. Dieser meinte, die Stadt wechsle vom Monopol in den Markt, das machten aber auch andere Städte, etwa Thun und Solothurn. Winterthur wähle die Stromanbieter weiterhin selber aus, auch nächstes Jahr würde man den Grossteil des Stromes von Schweizer Anbietern beziehen, aber eben nicht mehr nur bei der Axpo.

Denn beim Deal mit den Deutschen von Trianel handle es sich nicht um einen Stromlieferungs-, sondern um einen Dienstleistungsvertrag der Sicherheiten im Bereich des Stromhandels garantiere. «Dabei handelt es sich in erster Linie um das Management des Strom-Portfolios», so Trianel-Sprecherin Nadja Thomas zu «P.S.» Es handelt sich also um die administrative Bewirtschaftung der verschiedenen Stromangebote.