Der Emir von Katar hat Darstellungen zurückgewiesen, sein Land finanziere extremistische islamistische Organisationen. «Katar hat und wird niemals terroristische Gruppen unterstützen», sagte Emir Tamim al-Thani nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Dies gelte sowohl für Syrien als auch Irak. Bereits zuvor hatte er in einem Gespräch mit Bundespräsident Joachim Gauck betont, dass sein Land entgegen Medienberichten keine Hilfe für die radikal-sunnitische Miliz IS in Syrien und Irak leiste.

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«Keinen Grund, dem Emir nicht zu glauben»

Merkel sagte, der Emir habe ihr glaubwürdig versichert, dass der Kampf gegen IS genauso eine Angelegenheit der Sicherheit Katars sei wie eine Angelegenheit der Sicherheit für andere Länder. Sie verwies darauf, dass Katar am Montag der internationalen Allianz im Kampf gegen IS beigetreten sei. «Ich habe keinen Grund, den Aussagen des Emirs nicht zu glauben» sagte Merkel.

Zugleich räumte sie ein, dass es in einer Reihe anderer Frage wie etwa der Unterstützung der palästinensischen Hamas durch Katar unterschiedliche Ansichten gibt. Katar habe aber die Funktion eines Landes, das «Gesprächskontakte in alle Richtungen hat».

Dem Golfstaat war wiederholt auch von anderen arabischen Staaten vorgeworfen worden, nicht nur die im Irak und Syrien kämpfende IS-Miliz zu unterstützen, sondern auch die Muslimbruderschaft in Ägypten, die palästinensische Hamas oder islamistische Gruppen in Libyen.

Merkel: «Katar ist strategischer Investor»

Angela Merkel hat zudem um weitere Investitionen und Aufträge aus Katar für die deutsche Wirtschaft geworben. «Wir freuen uns über jedes katarische Investment», sagte Merkel nach einem Treffen mit dem Emir von Katar in Berlin. Vor allem im Energiebereich werde die Zusammenarbeit ausgebaut, sagte sie mit Blick auf den Gassektor. Katar werde für die ganze EU ein immer wichtiger Partner.

«Deutschland hat eine Vielzahl an Angeboten im Bereich der Infrastruktur. Hier sind wir an vielen Aufträgen interessiert», sagte die Kanzlerin. «Katar hat ja noch eine rasante Entwicklung vor sich», fügte sie mit Blick auf das ressourcenreiche Land hinzu. Deutschland könne vor allem bei Umwelttechnologie viel bieten. Zugleich lobte sie die Investitionen des Golfstaates in deutsche Konzerne wie VW oder Deutsche Bank. «Was wir an Katar schätzen, ist, dass Katar ein strategischer Investor ist», sagte sie unter Verweis auf die langfristige Ausrichtung der Investitionen.

(reuters/chb)