Die Präsidentin der Eidg. Finanzmarktaufsicht (Finma) wehrt sich gegen den Vorwurf, den Schweizer Finanzplatz zu oft und zu stark regulieren zu wollen. Interventionen in Form von Gesetzen müssten auf das nötige Minimum beschränkt werden, sagte Anne Héritier Lachacht in Genf.

«Wir sind nicht hier, um geliebt zu werden», sagte die Präsidentin des Finma-Aufsichtsrates anlässlich einer Tagung zum Finanzplatz Schweiz, die von der Wirtschaftszeitung «L'Agefi» mitorganisiert wurde. An der zweitägigen Konferenz mangelte es nicht an Kritik am «Gesetzgebungs- und Reglementierungseifer von Bundesbern».

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Finma-Präsidentin verteidigt sich

«Wir stellen uns der Kritik», war die Antwort der Präsidentin. Sie wies darauf hin, dass die für die Regulierungsmassnahmen anfallenden Kosten nicht nur bei den Banken Sorgen verursachten, sondern auch bei der Finma. «Die gesetzliche Regulierung ist nicht die perfekte Lösung. Die Finanzbranche muss vielversprechendere Geschäftsmodelle finden», sagte Héritier Lachacht weiter. Bei der Gesetzgebung müsse man sich auf das nötige Minimum beschränken.

«Das Ziel ist ein allgemeiner Rechtsrahmen, innerhalb dessen die Banken ihre Entscheidungen treffen können. Überschreiten sie diese gesteckten Grenzen, intervenieren wir», sagte die Präsidentin. Der Verlockung des «nice to have» müsse die Branche dabei widerstehen. Denn angesichts der bestehenden Herausforderungen stehe die Stabilität des Finanzplatzes im Vordergrund.

Diese Argumentation stufte Michel Dérobert, Geschäftsführer der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers (VSPB), sofort als «Beschwichtigung» ein. Es vergehe keine Woche, ohne dass sich ein VSPB-Mitglied beim Verband über eine Mitteilung der FINMA beschwere. Dérobert wirft der Schweiz vor, sich gegenüber dem Ausland selbst zu diskriminieren.

(sda/muv)