Egal, wie die Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform III (USR) am 12. Februar ausgeht, die Gewinner stehen schon fest: Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Diese dürfen auf mehr Beratungsaufträge hoffen. Sie halfen aber auch aktiv an der Ausarbeitung der Reform mit, wie Recherchen von «Sonntagsblick» zeigen.

Mindestens drei der sogenannten «Big four» – das sind die weltweit umsatzstärksten Wirtschaftsprüfer Ernst & Young (EY), KPMG, Price Waterhouse Coopers (PWC) und Deloitte – waren in Arbeitsgruppen zur Ausarbeitung des Gesetzes dabei.

PWC berechnete Konsequenzen der Reform

«EY hat aktiv an der Ausgestaltung der Reform mitgeholfen», sagt Rainer Hausmann (55), Steuerexperte von EY Schweiz. PWC hat gar mitgeholfen, die Konsequenzen der Reform abzuschätzen – bei der zinsbereinigten Gewinnsteuer, einem besonders umstrittenen Teil der Reform.

Die Ausfälle werden für Bund und Kantone auf jährlich rund 600 Millionen Franken geschätzt. Nur: Diese Ausfallrechnung nahm nicht etwa die Eidgenössische Steuerverwaltung vor – sondern die Experten von PWC. Dies räumte der Bundesrat auf eine Anfrage von Nationalrätin Margret Kiener Nellen ein. «Staatspolitischer Wahnsinn», kommentiert sie.

(gku)