In Brasilien ist es knapp einen Monat vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft bei Protesten teilweise zu Tumulten gekommen. In Rio de Janeiro setzte die Polizei am Donnerstag Tränengas ein, um die Demonstration zu beenden. In Recife nutzten Plünderer einen dreitägigen Streik der Polizei und durchwühlten Supermärkte, Läden und Fahrzeuge. Das Militär und Sondereinheiten sollten für Ordnung sorgen.

In Sao Paulo errichteten Demonstranten auf grossen Durchgangsstrassen Blockaden aus brennenden Reifen. Einige Gruppen zogen zum WM-Stadion, in dem das Eröffnungsspiel am 12. Juni ausgetragen werden soll. «Die WM ohne das Volk, zieht alle wieder auf die Strassen», war auf einem Plakat zu lesen. Weitestgehend verliefen die Proteste jedoch friedlich.

An Protestwelle vom Sommer 2013 anknüpfen

Die Demonstranten waren einem Aufruf zu einem landesweiten Massenprotest gegen die Verschwendung von öffentlichen Geldern gefolgt. Im Laufe des Tages waren Kundgebungen in insgesamt 50 Städten geplant. Die Organisatoren hoffen, an die Protestwelle während des Confederations Cup im vergangenen Sommer anzuknüpfen.

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Im Laufe der Woche hatte es bereits zahlreiche Streiks etwa bei Busfahrern und Lehrern in Rio de Janeiro oder der Polizei in der Stadt Recife im Nordosten des Landes gegeben. Neben Sicherheitsbedenken werden ständig neue Zweifel daran laut, ob das Land die Organisation des Großereignisses stemmen kann.

(reuters/vst)