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Reservewährung
Yuan muss weiter draussen bleiben

China: Die Interventionen der Zentralbank dürften den IWF-Mitgliedern nicht gefallen haben. Keystone

Der Internationale Währungsfonds hat entschieden: Chinas Landeswährung Yuan wird frühestens im Oktober 2016 in den exklusiven Kreis der globalen Leitdevisen aufgenommen.

Veröffentlicht am 19.08.2015

Chinas Währung wird später als bisher gedacht in den erlesenen Kreis der Weltreservewährungen aufrücken können. Frühestens im Herbst kommenden Jahres wird der Internationale Währungsfonds (IWF) über eine mögliche Aufnahme des Yuan in den IWF-Währungskorb entscheiden, hiess es in einer veröffentlichten Mitteilung der Organisation.

Der Währungskorb des IWF ist eine Art Kunstwährung, in der der Währungsfonds mit sogenannten «Sonderziehungsrechten» rechnet und verbucht. Derzeit sind der US-Dollar, der Japanische Yen, das Britische Pfund und der Euro vertreten. Eine Aufnahme würde für den Yuan die prestigeträchtige Anerkennung als eine Weltwährung bedeuten.

Nächster Termin Ende 2015

In der Regel entscheidet der IWF alle fünf Jahre über die Zusammensetzung des Währungskorbs. Der nächste Termin wäre eigentlich Ende 2015 gewesen. Die Verschiebung auf den Oktober 2016 wurde damit begründet, dass sich die Finanzmärkte damit länger auf die Aufnahme einer neuen Währung einstellen können.

Bisher hatte der IWF den Yuan nicht in den Währungskorb aufgenommen, weil die chinesische Währung nicht frei handelbar ist. Die Notenbank in Peking setzt regelmässig einen Mittelwert fest, um den der Yuan nicht mehr als zwei Prozent im Wert pendeln kann.

Zuletzt hatte die chinesische Notenbank den Kurs des Yuan zum Dollar mehrfach deutlich nach unten gesetzt und die heimische Währung damit spürbar abgewertet. Nach Einschätzung von Experten könnte dieser Schritt auch gezielt für eine mögliche Aufnahme in den IWF-Währungskorb unternommen worden sein.

(awp/chb)

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