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Sorgen
Zika-Virus: Forscher raten zur Verlegung von Olympia

Brasilianischer Athlet seilt sich mit der Olympischen Fackel ab.   Keystone

Wissenschaftler schlagen vor den Olympischen Spielen in Brasilien Alarm: Sie befürchten, Besucher könnten sich mit dem Zika-Virus anstecken und diesen in ihre Heimatländer verschleppen.

Veröffentlicht am 28.05.2016

Mehr als 150 Gesundheitsexperten haben in einem offenen Brief die zeitliche oder räumliche Verlegung der Olympischen Spiele in Rio wegen der Zika-Epidemie empfohlen. Sie fürchten, dass Besucher die Krankheit in ihre Heimatländer schleppen könnten.

In einem am Freitag veröffentlichten Schreiben an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf warnen die Experten vor globalen Gesundheitsrisiken. Eine halbe Million Besucher der Spiele könnten in Rio de Janeiro angesteckt werden und die Krankheit mit in ihre Heimatländer bringen.

Forscher von der Uni Zürich

Die WHO solle eine unabhängige Expertengruppe aufstellen, die das Internationale Olympische Komitee zu den Risiken der Zika-Verbreitung beraten könne, heisst es im Brief. Dies nicht zu unternehmen, wäre aus Sicht der Unterzeichner unverantwortlich.

151 Experten von Universitäten und Gesundheitszentren in 29 Ländern unterzeichneten den Brief, der von Amir Attaran von der Universität Ottawa, Arthur Caplan und Lee Igel von der Universität New York und Christopher Gaffney von der Universität Zürich verfasst worden war.

WHO hält Verschiebung für unnötig

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Forderung der Wissenschaftler inzwischen zurückgewiesen. Die Austragung der Olympischen Sommerspiele im August in der brasilianischen Metropole sei für die Ausbreitung von Zika nicht von wesentlicher Bedeutung. Denn das Virus grassiere bereits in fast 60 Ländern und Regionen, und es gebe die verschiedensten Gründe für Reisen in diese und aus diesen Ländern. «Der beste Weg, um das Risiko der Krankheit zu verringern, ist es, die Reisehinweise der Gesundheitsbehörden zu befolgen», erklärte die WHO. 

Der in Brasilien verbreitete Zika-Virus kann unter anderem schwere Schädelfehlbildungen bei Babys auslösen. Symptome sind leichtes Fieber, rote Augen und Ausschlag. Der Erreger wird über Mückenstiche und möglicherweise auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Die brasilianische Regierung will die Besucher der Spiele im August unter anderem mit einer mehrsprachigen Handy-App über das Zika-Virus informieren. Schwangeren Frauen rät sie von einem Besuch ab.

(sda/cfr)

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