Luxemburg wird seinen bisherigen Widerstand gegen eine Ausweitung der EU-Zinsbesteuerung aufgeben. Premierminister Xavier Bettel sagte in Luxemburg, er werde beim EU-Gipfel am Donnerstag kommender Woche der Zinsbesteuerungsrichtlinie zustimmen. Voraussetzung dafür seien aber «wesentliche Fortschritte» beim Bemühen um eine Einbindung der Schweiz und anderer Staaten. Zudem müsse es einen einheitlichen Standard beim automatischen Informationsaustausch geben.

Auch Österreich gab nach

«Man muss sich bewusst sein, dass es einfach furchtbar schadet, wenn die Leute noch immer das Gefühl haben, dass das Luxemburger Bankensystem nur funktioniert wegen der einen oder anderen Möglichkeit, hier in Luxemburg Geld anzulegen, um dem Fiskus zu entgehen», sagte Bettel der Nachrichtenagentur dpa. Der Bankenplatz Luxemburg müsse sich «durch Kompetenz und gute Produkte» auszeichnen. «Ich glaube, dass Luxemburg heutzutage ein Bild vom sauberen und guten Finanzplatz mehr bringt als das Gefühl, dass man hier noch versucht, Blockade zu machen.»

Österreich, das sich bisher gemeinsam mit Luxemburg der erweiterten Zinsbesteuerung widersetzt hatte, hat ebenfalls in dieser Frage eingelenkt.

(awp/chb)