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Glücksspiel
Zocker bleiben Davos fern: Casinos fordern Hilfe

Casino Davos: Es klafft ein Millionenloch. Davos.ch

In Davos und in St. Moritz stehen die letzten beiden Bergcasinos der Schweiz. Das Davoser Haus ist aber ein Verlustgeschäft. Die Betreiberin fordert nun Hilfe aus Bern – sonst droht das Aus.

Von Marc Iseli
am 09.03.2016

Das Casino in Davos litt im vergangenen Jahr unter dem hohen Frankenkurs, wie die Stadtcasino Baden-Gruppe, die das Bergcasino besitzt, in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Der Bruttospielertrag brach demnach um 25 Prozent ein und summierte sich 2015 nur noch auf 2 Millionen Franken.

Das hinterlässt Spuren: Das Casino in Davos schreibt rote Zahlen. Der operative Verlust beträgt 650'000 Franken. Dazu kommt eine Wertberichtigung von 700'000 Franken. Unterm Strich bleibt ein Mega-Minus von 1,3 Millionen Franken. Die Bank gewinnt eben doch nicht immer.

Casino-Betreiber droht mit Schliessung

Angesichts der schwachen Zahlen fordert die Betreiberin Hilfe aus Bern. «Es ist einmal mehr festzustellen, dass die Rahmenbedingungen für den Betrieb eines Bergcasinos in der Schweiz sehr schwierig sind», heisst es im Communiqué. «Aus diesem Grund wird von den beiden letzten Bergcasinos in Davos und St. Moritz im Zuge des neuen Geldspielgesetztes eine deutliche Abgabenreduzierung gefordert.»

Die Stadtcasino Baden-Gruppe droht sogar mit dem Tod des Davoser Hauses. «Der Verwaltungsrat prüft verschiedene Optionen für das Casino Davos, eine davon ist auch die Schliessung des Betriebs», so der Wortlaut der Mitteilung.

Lukratives Casino in Baden

Die Casino-Gruppe gehört zur Mehrheit der Einwohner- und Ortsbürgergemeinde Baden. In ihrem Portfolio sind das Casino Baden, das Casino Davos, ein Casino im deutschen Magdeburg und Leuna und ein Casino-Projekt in Wien.

Der Konzern erwirtschaftete 2015 ein Minus. Das konsolidierte Konzernergebnis wurde durch Einmaleffekte von insgesamt 4 Millionen negativ beeinflusst. Dies führte zu einem Verlust von 700'000 Franken. Das Aushängeschild, das Grand Casino Baden, leistete einen Gewinnbeitrag von über 7 Millionen Franken an das Gruppenergebnis.

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