Der Handel mit gefälschten Schlankmachern, Potenzmitteln oder Muskelaufbaupräparaten wird den Fahndern zufolge immer professioneller aufgezogen. Der Zoll fischt immer mehr online gekaufte illegale Arzneimittel ab.  «Hier deckt der Zoll zunehmend kriminelle Strukturen auf», warnte Finanzminister Wolfgang Schäuble, der auch der Dienstherr des Zolls ist. Für die Verbraucher bergen vermeintliche Schnäppchen hohe Risiken.

Vergangenes Jahr wurden 3,9 Millionen gefälschte Tabletten sichergestellt, wie aus der veröffentlichten Zoll-Jahresbilanz hervorgeht. Damit hat sich die Zahl binnen eines Jahres vervierfacht.

Erhebliche Gefahren

Dabei seien seriöse von illegalen Onlineshops für viele Verbraucher häufig nicht auf den ersten Blick zu unterscheiden, warnte der Zoll. Helfen könne die Suche nach dem seit 2015 vorgeschrieben EU-Sicherheitslogo, das Online-Apotheken auf ihrer Website führen müssen. Den Zollfahndern zufolge drohen bei illegalen Anbietern erhebliche Gefahren, nicht selten enthielten falsche Präparate gefährliche Chemikalien oder eingefärbten Dreck. Zudem tragen Besteller das Risiko von Bussgeldern oder Ermittlungsverfahren, wenn ihr Päckchen angehalten wird.

Auch mehr Drogen

Einen Anstieg verzeichnete der Zoll auch beim Rauschgiftschmuggel. Mit 16,7 Tonnen seien 2015 über drei Tonnen mehr Rauschgift aus dem Verkehr gezogen worden als 2014. So stieg allein die sichergestellte Kokain-Menge von 1,2 auf 1,7 Tonnen. Dagegen halbierte sich die Zahl der beschlagnahmten Schmuggelzigaretten nahezu auf 75 Millionen. Den Rückgang führt der Zoll auf neue Strategien der Täter zurück, die legale und illegale Warenströme verstärkt miteinander verbänden. Der Wert aufgespürter falscher Markenprodukte wie Turnschuhe oder Kosmetika blieb 2015 mit 132 Millionen Euro nahezu konstant. Die Schmuggelware kamen überwiegend aus China und Hongkong.

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(reuters/chb)