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Zürcher Professoren werden zur Transparenz genötigt

Juso-Protest aus dem Jahr 2012: Das UBS-Sponsoring gab Anlass zu einer Transparenz-Debatte. Keystone

Der Zürcher Kantonsrat will die Professoren dazu zwingen, sämtliche Interessenbindungen offenzulegen. Auslöser für die Nötigung war das umstrittene UBS-Sponsoring.

Veröffentlicht am 21.09.2015

Der Zürcher Kantonsrat will die Universität Zürich zu mehr Transparenz zwingen: Professoren und Professorinnen sollen ihre Interessenbindungen künftig offenlegen. Der Rat hat am Montag eine entsprechende Änderung des Universitätsgesetzes in erster Lesung beraten.

Die Verpflichtung zur Transparenz war im Parlament unbestritten: Sämtliche Fraktionen waren dafür, dass Professoren und Professorinnen über ihre Nebentätigkeiten Auskunft geben sollen. Bisher war die Offenlegung freiwillig.

UBS als Auslöser

Auslöser für die Änderung war das umstrittene Sponsoring der UBS an der Universität Zürich, dessen Ausmass längere Zeit geheim blieb. Aufgrund der öffentlichen Kritik führte die Uni Anfang dieses Jahres eine Sponsoring-Verordnung ein, welche die Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen regeln und transparent machen soll.

Die am Montag behandelte Parlamentarische Initiative von Grünen, Grünliberalen und SP fordert nun auch von den Professorinnen und Professoren Transparenz, um Interessenkonflikte zu verhindern.

Kein definitiver Entscheid

Der Rat unterstützte sie in abgeänderter Form: Forderte die ursprüngliche Vorlage noch, dass die Uni die Nebentätigkeiten jedes Jahr in einem Register öffentlich macht, lässt die aktuelle Variante die Art der Publikation offen. Die Uni soll also selber entscheiden können, was mit den Daten passieren soll.

Definitiv ist die Änderung aber noch nicht. Die zweite Lesung mit Schlussabstimmung findet in etwa vier Wochen statt.

(sda/ise/hon)

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