Die grössten Geberkantone Zürich und Zug müssen nächstes Jahr deutlich mehr in den Finanzausgleich einzahlen. Das zeigen die provisorischen Zahlen für den Finanzausgleich zwischen den Kantonen für 2015. Dabei zahlten die Einwohner des Kantons Zug seit 2008 im Durchschnitt 25'700 Franken in den Nationalen Finanzausgleich ein. Das ist Rekord.

Der Zuger Finanzdirektor Peter Hegglin zeigt sich gegenüber der «Handelszeitung» sehr frustriert über die rasant steigenden Ausgleichszahlungen seines Kantons. «Die Finanzstärke von Zug hat seit 2008 um 40 Prozent zugenommen. Wir bezahlen aber gut 70 Prozent mehr in den Finanzausgleich ein als damals.» 

Zug fordert grundlgenede Änderungen

Laut Hegglin wird die Finanzstärke des Kantons Zug im NFA massiv übergewichtet. «Für das Jahr 2015 zahlen wir zwischen 60 und 70 Millionen Franken mehr ein, als es nach unserer Rechnung sein müssten.» Ursache dafür sei ein Regelwerk, das aus seiner Sicht völlig falsch sei. Hegglin fordert grundlegende Anpassungen am Ausgleichsmechanismus.

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An zweiter Stelle der Pro-Kopf-Zahlungen folgen die Einwohner des Kantons Schwyz, die gut 10'000 Franken abliefern mussten. Die Zahlen beruhen auf einer aktuellen Erhebung, welche Avenir Suisse im Auftrag der «Handelszeitung» vorgenommen hat. Die Studie berücksichtigt sämtliche Transferzahlungen seit Einführung des Nationalen Finanzausgleich im Jahr 2008.

Urner bekamen 17'000 Franken

Miteingerechnet ist dabei auch der Aufwand des Bundes für den Finanzausgleich, für den letztlich ebenfalls die Steuerzahler aufkommen. Grösste Empfänger des Nationalen Finanzausgleich sind die Bewohner des Kantons Uri: Im Schnitt erhielt jeder Urner in den letzten 8 Jahren 17'200 Franken.
 
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