Der von einem Manipulationsskandal erschütterte Referenz-Zinssatz Libor wird einem Zeitungsbericht zufolge wohl bereits im kommenden Jahr durch eine völlig neue Berechnungsmethode ersetzt. Wie die «Financial Times» am Sonntag auf ihrer Internetseite berichtete, soll in Zukunft die bislang gebräuchliche Umfrage unter Banken durch Indizes ergänzt werden, die auf tatsächlichen Transaktionen beruhen.

Dieses neue System würde für bestehende Verträge auf Libor-Basis Kontinuität bieten und gleichzeitig den Zinssatz enger an objektive Daten binden, erläuterte Martin Wheatley, der Chef der für die Libor-Reform zuständigen britischen Behörde Financial Conduct Authority.

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Der Vorschlag könne jedoch einen Konflikt mit den US-Aufsichtsbehörden schaffen, weil diese eine völlige Umstellung von Umfragen auf Transaktions-Indizes fordern, heisst es in dem Bericht weiter.

Gary Gensler von der US-Aufsicht CFTC sagte der Zeitung, das bestehende System sei langfristig nicht nachhaltig, weil die Banken nicht ausreichend unbesichert Geld verliehen, um die Zinssätze genau abschätzen zu können.

(tke/sda)