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Zweite Gotthard-Röhre kommt vor das Volk

Gotthardtunnel: Das Volk wird über einen zweiten Tunnel entscheiden. Keystone

Die Politiker wollen eine zweite Röhre am Gotthard, um die erste zu sanieren. Zahlreiche Parteien und Verbände wittern aber ein «Buebetrickli» und fordern das Volk auf, zu entscheiden.

Veröffentlicht am 19.02.2015

Das Referendum gegen den Bau einer zweiten Röhre am Gotthard ist formell zustande gekommen. Es seien 75'872 gültige Unterschriften eingereicht worden, teilte die Bundeskanzlei am Donnerstag mit. Einem weiteren Volksentscheid steht damit nichts mehr im Weg.

Der Verein «Nein zur zweiten Gotthardröhre» hatte die Unterschriften im Januar eingereicht. Aus Sicht von Bundesrat und Parlament ist ein neuer Strassentunnel nötig, um den ersten, 1980 eröffneten zu sanieren. Der neue Tunnel soll ab etwa 2020 in sieben Jahren gebaut werden. Anschliessend würde der bestehende gesperrt und saniert. Ab etwa 2030 sollen dann beide Tunnels je einspurig betrieben werden.

Dritte Abstimmung

Gegen diese Pläne stellen sich über fünfzig nationale, regionale und lokale Organisationen und Parteien, darunter die Alpeninitiative, der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und die Parteien SP, Grüne und GLP. Sie glauben nicht daran, dass die Tunnels längerfristig tatsächlich einspurig betrieben würden.

Es ist das dritte Mal nach 1994 (Alpenschutzinitiative) und 2004 (Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative), dass das Volk direkt oder indirekt über den Bau eines zweiten Strassentunnels durch den Gotthard entscheiden kann. Bisher sagte es Nein.

(awp/sda/ise/ama)

 

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