Das zyprische Parlament soll erst am Dienstag über das umstrittene Gesetz zur Zwangsabgabe auf Bankeinlagen abstimmen. Dies teilte der Vorsitzende einer der beiden regierenden Koalitionsparteien, Marios Karogian, am Montag im zyprischen Fernsehen mit.

Ursprünglich wollte das Parlament am Sonntag abstimmen. Dies wurde aber erst auf Montag und nun erneut verschoben.

Das zyprische Parlament soll erst am Dienstag über das umstrittene Gesetz zur Zwangsabgabe auf Bankeinlagen abstimmen. Parlamentspräsident Giannakis Omirou bestätigte: «Das Repräsentantenhaus wird morgen um 18.00 Uhr zusammenkommen. Der Grund: Es gibt einige Änderungen im Gesetzesentwurf die jetzt erörtert und erklärt werden müssen.» Einzelheiten nannte er nicht.

Zustimmung wird breit verewigert

Wie die Nachrichtenagentur dpa aus parlamentarischen Kreisen erfuhr, gibt es zahlreiche Abgeordnete, die sich weigern, der Zwangsabgabe zuzustimmen. Karogian sprach von einer «wahllosen Konfiszierung». Die Politik der Eurogruppe sei eine Erpressung und sei auch unmoralisch, meinten andere Abgeordnete. Die Stimmung war in Nikosia am Montag aufgebracht.

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Hinter den Kulissen wird nach Informationen aus Regierungskreisen eine Verbesserung der Bedingungen für Kleinanleger ausgearbeitet. Diese sollen demnach statt bislang 6,75 Prozent nur drei Prozent ihrer Ersparnisse an den Staat abgeben. Dagegen sollen Reichere mit über 500.000 Euro auf zyprischen Banken 15 Prozent ihrer Guthaben an den Staat geben. Möglicherweise werde es noch am Montag Beratungen mit der Eurogruppe geben.

(tke/aho/sda/awp)