In Zypern öffnen heute nach fast zwei Wochen erstmals die Banken. Es wird erwartet, dass die Bürger des Euro-Landes zu Tausenden auf ihre Ersparnisse zugreifen.

Allerdings dürfen sie maximal 300 Euro am Tag abheben. Zudem werden alle Geschäfte mit einem Volumen von mehr als 5000 Euro überprüft. Zahlungen mit Kreditkarten im Ausland sind auf 5000 Euro im Monat beschränkt.

Mit den Vorgaben wollen die Behörden verhindern, dass verschreckte Bankkunden ihr Geld ins Ausland schaffen. Die Regeln sollen zunächst für vier Tage gelten.

Die Eröffnung ist für 11.00 Uhr MEZ geplant. Bis zuletzt hatte es Zweifel gegeben, ob die Banken tatsächlich wie angekündigt am Donnerstag wieder ihren Betrieb aufnehmen. Ein Sprecher von Finanzminister Michael Sarris versicherte aber am Mittwochabend: «Es ist sicher, dass alle Banken morgen öffnen werden.»

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Zyprische Banken erhalten Bargeld

Die Bankangestellten appellierten an die Kunden, den Frust nicht an ihnen auszulassen. «Wir sind nicht verantwortlich», hiess es in einer Erklärung der Gewerkschaft. Auch die Bankangestellten seien «Opfer krimineller Machenschaften.»

In der Nacht brachten Lastwagen massenweise Bargeld zu einem Gebäude der Zentralbank in der Hauptstadt Nikosia. Polizisten und Helikopter überwachten den Transport.

Anfang der Woche hatte sich die zyprische Regierung mit ihren internationalen Geldgebern auf ein milliardenschweres Hilfsprogramm geeinigt. Viele Anleger sind verunsichert, weil die beiden grössten Institute des Landes, die Bank of Cyprus und Laiki, zusammengelegt und Guthaben von Kunden für die Sanierung herangezogen werden. Kleinsparer sind davon nicht betroffen.

(tke/aho/sda)