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Zyprischer Finanzminister tritt zurück

Nach dem Abschluss der Gespräche mit den internationalen Geldgebern ist Michalis Sarris zurückgetreten. (Bild: Keystone)

Michalis Sarris ist als Finanzminister Zyperns zurückgetreten. Nachfolger soll der bisherige Arbeitsminister Charis Georgiades werden.

Veröffentlicht am 02.04.2013

Der zyprische Finanzminister Michalis Sarris verlässt die Regierung. Nach dem Abschluss der Gespräche mit den internationalen Geldgebern über ein milliardenschweres Hilfspaket für das Euro-Land sei er zurückgetreten, sagte er.

Wie die Website der zypriotischen Zeitung «Phileleftheros» am Dienstag berichtete, wird sein Nachfolger der bisherige Arbeitsminister Charis Georgiades. Ein Regierungssprecher Zyperns teilte zudem mit, dass die erste Hilfstranche aus dem 10 Milliarden Euro schweren Rettungspaket im Mai fliessen solle.

Am Dienstag vereidigte Zyperns Präsident Nikos Anastasiades eine vom Parlament eingesetzte Kommission aus drei ehemaligen Richtern. Sie soll sich mit Ursachen der Krise befassen, aber auch mit den Vorwürfen der Kapitalflucht von Anlegern.

700 Millionen ausser Landes gebracht

Laut Medienberichten sollen vor den strengen Beschlüssen der Euro-Gruppe für die Bankensanierung Gelder in Höhe von rund 700 Millionen Euro von Unternehmen ins Ausland gebracht worden sein. Vorwürfe der Kapitalflucht treffen auch die Familie des zypriotischen Staatsoberhauptes. Anastasiades will nun die Vorwürfe einer gezielten Kapitalflucht aus dem Krisenland genau prüfen lassen.

Die zyprische Regierung hat zudem nach dem ausgebliebenen Sturm auf die Banken ihre Kapitalverkehrskontrollen gelockert. Privatpersonen und Unternehmen dürften jetzt bis zu 25'000 statt nur 5000 Euro ohne die Zustimmung der Zentralbank überweisen. Ausserdem erlaubte das Finanzministerium am Dienstag den Gebrauch von Schecks bis zu einer Grenze von 9000 Euro im Monat. Nach zwei Wochen öffnete am Tag nach Ostern die Börse wieder ihre Tore.

(rcv/sda)

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