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Bank Cler
Bank Cler macht mobil

Bank Cler will mit der mobilen Bank «Zak» die jungen Leute abholen und für die Bank als Kunden gewinnen.Quelle: iStock

Mit «Zak» bringt die Bank Cler die erste mobile Bank in der Schweiz. In einer ersten Phase zielt sie auf Berufseinsteiger ab, denn die Wechselbereitschaft in dieser Alterskategorie ist am grössten.

Die Bank Cler sucht Beta-Kunden für ihre neue mobile Bank «Zak». Damit zeichnet sich ab, dass die Bank die Konkurrenz überholt: «Im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie haben wir mit Zak die erste mobile Bank der Schweiz entwickelt», bestätigt Natalie Waltmann, die Sprecherin von Bank Cler. Mit Zak erhalte der Kunde alles für den täglichen Umgang mit Geld: App, Konto und Debit/Kreditkarte. Ergänzt werde dies durch attraktive Partnerangebote. «Unser oberstes Ziel in der Entwicklung bestand darin, mobiles Banking für den Kunden so einfach wie möglich zu machen», so Waltmann. 

Bis Ende Januar 2018 soll die Beta-Phase andauern, dann will man «live gehen» und sich dem breiten Publikum öffnen. «In einer ersten Phase konzentrieren wir uns auf die Bedürfnisse von Berufseinsteigern. Über 800 Personen aus dieser Zielgruppe haben wir konsequent in die Entwicklung miteinbezogen», so Waltmann. Grundsätzlich richte sich Zak an alle digital affinen Personen, die in der Schweiz leben.

 

Etablierte gewinnen 

Vorbilder für mobiles Banking gibt es inzwischen einige. Auch die Bank Cler holte sich Anregungen aus dem Ausland. «Wir haben uns an führenden Mobile-Applikationen aus dem Banking-Umfeld wie Simple, N26, George und mBank orientiert und darauf basierend eine für die Bank Cler massgeschneiderte Lösung entwickelt», so Waltmann weiter. Die Entwicklung erfolgte durch ein internes Projektteam in enger Zusammenarbeit mit Spezialisten aus dem internationalen Mobile-Banking-Umfeld. Die E-Banking-Plattform kommt von Crealogix, dem Zürcher Spezialisten für solche Plattformen. Die App und die zu Zak gehörenden Karten lassen sich weltweit nutzen. Zu allen weiteren interessanten Details gibt die Bank keine Auskunft: «Über die Entwicklungs-Roadmap geben wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft», so Waltmann. Auch zu den Möglichkeiten der Datenanalyse war nichts zu erfahren.

 Gemäss den Marktforschern von Juniper und Mobile Ecosystem Forum ist das Potenzial für mobiles Banking gross: Um das Jahr 2020 wird jede zweite Person weltweit das Banking nur noch via mobile Endgeräte vornehmen. Mobiles Banking gilt laut einem kürzlich publizierten Zwischenfazit des World Economic Forum (WEF) zum Thema Fintech und Banking als ein wichtiger Bereich, in dem die Fintechs und Start-up-Banken zwar hinsichtlich der Funktionalitäten und der einfachen Bedienbarkeit die Massstäbe setzen, aber die etablierten Banken am Ende am meisten profitieren. 

 

Affine Zielgruppen 

Denn die Wechselbereitschaft der Kunden hin zu den Fintechs wurde massiv überschätzt, zumal auch die Wechselkosten für die Kunden relativ hoch sind und die Sicherheit, das Vertrauen und die Markennamen der etablierten Anbieter weiterhin eine grosse Rolle spielen. Die Wechselbereitschaft ist laut Marktforschern, die sich auf die Erfahrungen der Neo-Banken in Grossbritannien abstützen, in jungen Jahren, beziehungsweise bei Berufseinsteigern, am grössten: In dieser Alterskategorie besteht die Bankbeziehung vor allem aus der Kontoführung und einer mobilen Bezahlmöglichkeit sowie Karten. Es ist deshalb kein Zufall, dass die Bank Cler mit Zak genau in diese Richtung geht. 

Als Blaupause gelten die Erfolgsmeldungen zum Mobile Banking aus China oder Indien nicht - dort gab es kein vergleichbares traditionelles Banking wie in den westlichen Märkten. Selbst in den USA ist Mobiles Banking per se kein Erfolgsrezept, wie etliche Sprecher an der Money-2020-Konferenz in Las Vegas übereinstimmend sagten: Es genügt nicht, einfach ein Angebot aufzubauen und das mobile Angebot auf Feature-Ebene laufend zu verbessern. 

Mobiles Banking, so der Konsens, wächst nur dann erfolgreich in den Markt, wenn die Angebote den konkreten Bedürfnissen entsprechen. Ein Vertreter von Capital One, einer der grossen US-Banken brachte es auf den Punkt: Es genüge nicht, wenn mobiles Banking als nützlich betrachtet werde. Vielmehr müsse es ein Problem der Kunden zum richtigen Zeitpunkt lösen. 

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