Wie rasch solid aufgestellte Pensionskassen in eine Schieflage geraten können, zeigte die Finanzkrise vor gut zehn Jahren. Kaum verwunderlich deshalb, dass die damalige Abwärtsbewegung an den Kapitalmärkten heute als standardmässiges Stressszenario gilt. Die teils massiven Kapitalverluste bei den Vorsorgeeinrichtungen haben einen Reformprozess im Risikomanagement eingeleitet. Das anhaltende Tiefzinsumfeld sorgt zudem für eine stärkere Sensibilisierung, wenn es um die künftig erwarteten Erträge geht.

Um die notwendige Performance zu erreichen, müssen die Verantwortlichen vermehrt in Anlageklassen mit höheren Risiken investieren. Entsprechend wichtig ist die zuverlässige Messung der Portfoliorisiken. «Dem Risk Management kommt eine zentrale Rolle zu», sagt Marcel Zutter, Partner bei Parsumo Capital. Der Finanzspezialist bemängelt allerdings, dass es im langfristig ausgerichteten Geschäft der beruflichen Vorsorge ganz unterschiedliche Philosophien gebe. Einheitliche Regelungen würden fehlen. Typisch dafür sind etwa die unterschiedlichen Aktienbestände. In einer amerikanischen Pensionskasse besteht das Portfolio zu rund 70  Prozent aus Aktien. Demgegenüber setzen Schweizer Vorsorgeeinrichtungen lediglich zu 30  Prozent auf Risikopapiere.