Bei einem schweren Erdbeben im Süden Taiwans sind mindestens 18 Menschen getötet und rund 500 verletzt worden. In einer gross angelegten Bergungsaktion suchten Rettungskräfte am Samstag und Sonntag in den Trümmern nach 152 Vermissten, wie lokale Medien berichteten. Es wurde damit gerechnet, dass die Zahl der Opfer weiter ansteigt.

Die Erdstösse erreichten die Stärke 6,4 und überraschten die Menschen am frühen Morgen um 3.57 Uhr Ortszeit im Schlaf. Von den 500 Verletzten konnte ein Grossteil nach der Behandlung im Spital wieder nach Hause gehen, berichteten die Behörden.

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In der Zwei-Millionen-Metropole Tainan blieben die zumeist kleineren Häuser unbeschädigt, doch wurden mehrere höhere Häuser schwer beschädigt oder stürzten ein. Ein 16-stöckiges Wohngebäude kippte komplett auf die Seite. Die Behörden planen eine Untersuchung, ob es Mängel in der Struktur oder Bauweise gab.

Zahl der Opfer steigt

In dem Hochhaus waren rund 250 Menschen behördlich gemeldet. Bis zum Samstagabend wurden 13 Tote dort gefunden. Unter ihnen ist ein erst zehn Tage alter weiblicher Säugling. Die Mehrheit der Bewohner konnte lebend geborgen werden. Doch waren am Abend noch Menschen dort eingeschlossen oder verschüttet. Mit schwerem Gerät und Trägern mussten Wände gestützt werden, damit das Haus nicht weiter einstürzt.

Auch in den Trümmern anderer stark beschädigter Häuser wurden mehrere Menschen vermisst. Die Zahl der Toten stieg fast stündlich. Bei dem Beben wurde eine 56-jährige Frau von einem herabfallenden Wassertank erschlagen. Auch erlag ein 40-Jähriger den schweren Verletzungen durch umfallende Möbel in seinem Hotelzimmer.

Kurz vor grossem Fest

Das Beben ereignete sich nur einen Tag vor dem traditionellen chinesischen Neujahrsfest, das von Sonntag auf Montag beginnt. Es weckte schlimme Erinnerungen an das Beben von 1999, als 2400 Menschen ums Leben kamen. Damals wurde eine Stärke von 7,3 erreicht.

Die Hochgeschwindigkeitsbahn wurde im Süden streckenweise gestoppt, um Schienen auf Schäden zu untersuchen. Die Betreiber rieten vorerst von Fahrten in den Süden ab, was die Reisewelle über die Ferientage zum grössten chinesischen Familienfest behindern dürfte. Die normale Eisenbahn lief aber weiter, wenn auch mit verlangsamter Fahrt.

(sda/gku)