Anlagen und Anleger sind im Wandel. Das trifft besonders auf Vorsorgeprodukte zu. Das Schweizer Vorsorgesystem stehe unter grossem Druck, stellte auch Swisscanto Invest unlängst fest. Längere Lebenszeiten, geburtenschwache Jahrgänge, sinkende Anlagerenditen und Negativzinsen seien die Faktoren. Vor dem Hintergrund tendenziell abnehmender Renten steige die Bedeutung der privaten Vorsorge. Steuervergünstigungen und Vorzugszinsen machten die dritte Säule attraktiv. In dieselbe Kerbe haut die Credit Suisse. Die erste und zweite Säule gerieten finanziell unter Druck.Umso wichtiger sei die private Vorsorge, die dritte Säule also, fassten Emilie Gachet und Jan Schüpbach eine Studie von CS-Ökonomen vom Januar zusammen. Gemäss dieser haben per Ende 2016 Schweizerinnen und Schweizer über 113 Milliarden Franken in der Säule 3a angespart. Damit machten die Einzahlungen bereits über 10 Prozent aller Beiträge an die drei Säulen aus. Auch die Credit Suisse bietet selbstredend verschiedene private Vorsorgeprodukte an. Ein neuartiges Angebot mit Säule-3b-Vorsorgeprodukten hat vor kurzem die Bank Vontobel lanciert. Mit der Pension-Investment-Plattform könnten in einem ersten Schritt die Kundenberater von über sechzig Banken und 500 unabhängigen Vermögensverwaltern ihren Kunden Vorsorgelösungen und Bankdienstleistungen anbieten. Dies zu wesentlich tieferen Kosten aufgrund der Skalierbarkeit, welche die digitale Plattform mit sich bringe, teilt Vontobel mit. Die Bank verkauft neu auch Vorsorgeversicherungsprodukte. Der Versicherer Helvetia seinerseits managt seit Anfang Oktober neu Fonds für seine Vorsorgelösungen. Er bietet seine fondsgebundenen Vorsorgelösungen mit einer einheitlichen Gebühr von 0,3 Prozent an. Das stelle eine in der Schweiz bislang noch nicht gekannte Preistransparenz dar, teilte Helvetia dazu mit. Neu stelle der Versicherer seine Anlagekompetenz auch Privatkunden zur Verfügung. Bislang sei dies in dieser Form institutionellen Kunden vorbehalten gewesen. Fazit ist, dass der Anlagemarkt für private Vorsorgeprodukte stark in Bewegung geraten ist. Gleichzeitig feiert die Idee des Allfinanz-Dienstleisters erstaunlicherweise wieder Urständ. Banken bieten Versicherungsprodukte an, Versicherer Bankprodukte. Der entscheidende Faktor für den Erfolg dürfte für alle die Kostentransparenz sein. Sie allein entscheidet über die langfristige Glaubwürdigkeit der Angebote, denn Vorsorge ist Emotion pur. Voraussetzung für transparente und kostengünstige Angebote wiederum ist die Digitalisierung. Ihr kann auch im etwas verstaubten Vorsorgebereich niemand ausweichen.

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